Inhaber Uwe Dziuballa vor dem jüdischen Restaurant "Schalom" in Chemnitz. | Bildquelle: AFP

Chemnitz Kretschmer verurteilt Angriff auf jüdisches Restaurant

Stand: 08.09.2018 18:31 Uhr

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer spricht von einer "schändlichen Tat": Während der Ausschreitungen in Chemnitz soll es auch eine Attacke auf das jüdische Restaurant "Schalom" gegeben haben.

Nach Berichten über den Angriff auf ein jüdisches Restaurant in Chemnitz hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erschüttert reagiert. "Das ist eine ganz schändliche Tat. Es zeigt wie sehr sich da die Gewalt Bahn bricht", sagte Kretschmer auf dem Bürgerfest "Tag der Sachsen" in Torgau.

Er habe am Freitagabend mit dem Wirt des Restaurants "Schalom", Uwe Dziuballa, telefoniert. Dziuballa hatte zuvor in einem Brief an den Ministerpräsidenten die Attacke geschildert, die sich am 27. August ereignet habe: An diesem Tag war eine aggressive, von gewaltbereiten Hooligans und Rechtsextremen dominierte Menschenmenge durch die Stadt gezogen.

Eine Gruppe schwarz gekleideter Vermummter habe das Lokal mit Steinen, Flaschen und einem abgesägten Stahlrohr beworfen und ihm "Hau ab aus Deutschland, Du Judensau" zugerufen, beschreibt Dziuballa die Attacke. Er habe die Angreifer beim Wegrennen fotografiert.

Angriff auf jüdisches Restaurant - Maaßen weiter in der Kritik
08.09.2018, Gerd Haunert, MDR

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Innenministerium verweist auf laufende Ermittlungen

Das "Jüdische Forum für Demokratie und Antisemitismus e.V." bezeichnete es als "ungeheuerlich", dass die sächsischen Behörden den Fall nicht zeitnah öffentlich gemacht hätten.

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antisemitismus, sagte der "Welt am Sonntag": "Sollten die Berichte zutreffen, haben wir es mit dem Überfall auf das jüdische Restaurant in Chemnitz mit einer neuen Qualität antisemitischer Straftaten zu tun. Hier werden die schlimmsten Erinnerungen an die Dreißigerjahre wachgerufen."

Ein Sprecher des sächsischen Innenministeriums erklärte, die Ermittlungen in dem Fall seien noch nicht abgeschlossen. Es sei von einem antisemitischen Hintergrund des Angriffs auszugehen. Derzeit laufe die Auswertung gesicherter Spuren und von Bildmaterial, außerdem würden Restaurantgäste befragt. Die Ermittlungen übernahm das Extremismus-Abwehrzentrum der sächsischen Polizei.

Kretschmer rief die Gäste des Volksfest in Torgau dazu auf, sich nicht von den Ereignissen in Chemnitz einschüchtern zu lassen. "Eine Minderheit in Chemnitz versucht, das Land mit Worten und Hass zu prägen", sagte er. "Dem werden wir uns entgegenstellen."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. September 2018 um 17:00 Uhr.

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