"Die Ärzte" über Veranstaltungsbranche "Viele haben wirklich Existenzängste"

Stand: 24.10.2020 10:11 Uhr

Der Kulturbetrieb liegt wegen Corona brach - viele Künstler und Selbstständige kämpfen ums Überleben. Nötig sei mehr Unterstützung von der Politik, fordert die Band "Die Ärzte" in den tagesthemen.

Seit Monaten so gut wie keine Konzerte, Musikern und Selbstständigen brechen die Einnahmen weg - die Veranstaltungsbranche leidet massiv unter den Folgen der Corona-Pandemie. Zwar versucht die Bundesregierung seit längerem, Betroffene etwa mit Überbrückungshilfen zu unterstützen. Die Maßnahmen reichen aber offenbar bei weitem nicht aus. Eine Entwicklung, auf die jetzt auch die Band "Die Ärzte" im Interview mit den tagesthemen aufmerksam macht.

Das Trio musste seine Tour wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschieben - Roadies, Ton- und Lichtingenieure verloren ihre Aufträge. "Wir wissen, dass die das ganze Jahr über keine Jobs hatten und wirklich Existenzängste haben inzwischen", sagte Schlagzeuger Bela B.

Farin Urlaub: "Diese Menschen werden ignoriert"

Viele Menschen nehmen die Kultur nach Einschätzung von Gitarrist Farin Urlaub als gegeben hin, als etwas, das einfach immer da sei. Es falle vielleicht nicht immer auf, dass Kultur einen ganzen Unterbau an Leuten brauche - etwa Clubbetreiber, Roadies und Bands, die noch keinen Plattenvertrag haben. All diese Menschen müssten von irgendetwas leben und würden derzeit ein bisschen ignoriert.

Die Band unterstützt beispielweise das Bündnis "Alarmstufe Rot", das mit Demonstrationen und Aktionen regelmäßig auf die prekäre Lage der Branche hinweist. "Wir hoffen, dass wir die Politiker dazu kriegen, diese Riesenbranche, die 1,4 Millionen Menschen beinhaltet, zu sehen und zu unterstützen", so Bela B.

Ärzte eröffnen Sendung

Die Band hatte die Sendung mit ärztetypischen Gitarrenriffs eröffnet: "Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen!"

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. Oktober 2020 um 21:45 Uhr.

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