Frankfurt/Main: Mit Mundschutzmasken sitzen Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse eines Gymnasiums in Frankfurt im Unterricht. | Bildquelle: dpa

Vor Bund-Länder-Schalte Schulen rücken in den Fokus

Stand: 14.11.2020 08:17 Uhr

Deutschland wird wohl noch länger mit dem Teil-Lockdown leben müssen: Vor den Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen mahnen Experten Verschärfungen an, die vor allem die Schulen betreffen. Der Unterricht soll aber nicht ausfallen.

Vor der Schaltkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel rückt die Debatte über den Umgang mit den Schulen angesichts von Rekord-Infektionszahlen in den Mittelpunkt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich dafür aus, die Schulen auf jeden Fall offen zu halten, warnte aber vor einer Fortsetzung des bisherigen Schulbetriebs.

"Wir kommen in eine Situation hinein, wo der Schulbetrieb für Kinder, Lehrer, Eltern und Großeltern zu einem hohen Risiko wird", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er riet dazu, die Schulklassen aufzuteilen und "im Winter durchgehend mit Maske" zu unterrichten. Kinder im Alter von 10 bis 19 seien so ansteckend wie Erwachsene. Jedenfalls gehe er davon aus, dass der "Wellenbrecher-Shutdown" verlängert werden müsse. "Neben den Schulen ist eine zu geringe Beschränkung privater Kontakte wahrscheinliche Ursache."

Forderung nach Wechselunterricht

Kanzlerin Merkel will zwei Wochen nach dem Start der für November angesetzten jüngsten bundesweiten Kontaktbeschränkungen am kommenden Montag mit den Ministerpräsidenten der Länder eine Zwischenbilanz ziehen. Die Bundesregierung hat bereits klar gemacht, dass sie angesichts der weiter steigenden Zahlen derzeit keinen Anlass für Lockerungen sieht. Freizeiteinrichtungen sind derzeit geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen.

Marlis Tepe, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, forderte von der Politik, bei den Corona-Beratungen Wechselunterricht ab einem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 50 zu beschließen. "Ich erwarte, dass es eine Entscheidung für den Wechselunterricht gibt", sagte sie der "Passauer Neuen Presse". "Wir müssen die Gesundheit von Lehrern, Schülern und deren Eltern schützen." Der Präsenzunterricht sei sehr wichtig, aber nicht um jeden Preis.

"Ungeschminkte Bestandsaufnahme"

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) lehnt die Idee etwaiger Schulschließungen wie im Frühjahr strikt ab. "Wir haben in einem großen Kraftakt viele Bereiche des öffentlichen Lebens geschlossen, damit Kitas und Schulen offenbleiben können, weil wir schmerzlich erfahren haben, wie sehr viele Kinder und ihre Familien in der Zeit der Schulschließung gelitten haben", sagte sie der "Rheinischen Post".

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) stellte für die Konferenz eine "ungeschminkte Bestandsaufnahme über die Pandemielage in Deutschland" und eine mögliche Verschärfung der Schutzmaßnahmen in Aussicht. "Wir müssen kritisch prüfen, ob unsere bislang ergriffenen Maßnahmen ausreichen, um das Infektionsgeschehen in Griff zu bekommen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Debatte über mögliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen
tagesthemen 23:15 Uhr, 14.11.2020, Christian Feld, ARD Berlin

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Merkel stimmt auf schwierige Monate ein

In ihrem wöchentlichen Video-Podcast stimmte die Kanzlerin die Bevölkerung erneut auf schwierige bevorstehende Monate ein. "Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen", sagte Merkel. "Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können."

Vor dem Treffen mit seinen Kollegen und Merkel schloss der schleswig-holsteinische Regierungschef Daniel Günther eine schnelle Lockerung der aktuellen Corona-Beschränkungen aus und warb dafür, künftig stärker zu differenzieren. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir am Montag über eine Veränderung der Maßnahmen reden", sagte Günther im "Spiegel".  Die Lage in den Ländern müsse künftig stärker berücksichtigt werden: Er "werbe dafür", dass nicht Inzidenzen im Bundesschnitt maßgeblich seien, sondern festgelegte Grenzwerte in den Ländern. Wenn ein Land diese Grenzwerte überschreite, müsse es Einschränkungen geben. "Aber wenn die Zahlen sinken, bietet das auch Freiräume", sagte Günther.

Familientreffen an Weihnachten müssten "in kleinem Rahmen"  möglich sein, sagte der Ministerpräsident weiter. Er rechne auch an Weihnachten nicht mit Familentreffen mit deutlich mehr als zehn Teilnehmern. Silvester "als große Sause" hätten seinem Eindruck nach viele Menschen ohnehin "schon abgehakt. Und das zu Recht."

22.461 neue Corona-Fälle

Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) inzwischen 22.461 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages. Das sind 1081 Fälle weniger als am Freitag, wie aus den Angaben des RKI hervorgeht.

Auch im Vergleich zum Samstag vergangener Woche ist der Wert etwas niedriger. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 23.399 gelegen.

Schuldebatte im Fokus
Isabel Reifenrath, ARD Berlin
14.11.2020 19:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. November 2020 um 12:55 Uhr.

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