Bemalte Steine am Wegesrand sollen den Zusammenhalt der Bürger in Zeiten der Coronapandemie zeigen. | Bildquelle: dpa

Bertelsmann-Studie Corona-Krise stärkt Zusammenhalt

Stand: 12.08.2020 07:28 Uhr

Die Pandemie hat die Solidarität in Deutschland gestärkt und das Miteinander zumeist verbessert, ist das Ergebnis einer Studie Allerdings spüren benachteiligte Menschen diesen Zusammenhalt eher selten.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt hat sich einer Studie zufolge in der Corona-Krise als robust erwiesen und ist nach Ausbruch der Pandemie sogar noch gewachsen. In der Ausnahmesituation seien aber auch soziale Unterschiede sichtbarer geworden. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung der Bertelsmann Stiftung.

Für den "Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt 2020" waren zunächst von Anfang Februar bis Ende März 3010 Personen im Alter ab 16 Jahren befragt worden. Zu dem Zeitpunkt sahen 46 Prozent den Zusammenhalt in Deutschland als gefährdet an. Nach Ende der strengen Kontaktbeschränkungen waren nur noch 36 Prozent dieser Meinung, war das Ergebnis einer zweiten Befragung, die von Mai bis Mitte Juni stattfand. Diesmal wurden 1000 Menschen interviewt.

Erleichterung über glimpflichen Ausgang

Dass sich die Menschen nicht um ihre Mitmenschen kümmern würden, sahen im Juni nur noch halb so viele (21 Prozent) so wie im Februar (41 Prozent). Auch das Vertrauen in die Bundesregierung legte im gleichen Zeitraum von 19 Prozent auf 45 Prozent zu.

Viele Bürger seien offenbar erleichtert, dass die Pandemie in ihren Augen bisher glimpflich ausgefallen sei, erklärte Studien-Autor Kai Unzicker. "Zugleich haben sie mehrheitlich große Solidarität und Rücksichtnahme erfahren."

Menschen mit geringer Bildung, mit niedrigem Einkommen oder mit Migrationshintergrund erlebten allerdings weniger sozialen Zusammenhalt, erklärte die Stiftung. "Wer vorher schon benachteiligt gewesen sei, für den stelle sich die Lage in der Krise noch schwieriger dar", sagte Unzicker.

Größere Zukunftsangst bei Benachteiligten

Menschen, die einen geringen Zusammenhalt erlebten, hätten auch eine größere Zukunftsangst. Menschen hingegen, die bereits vor der Krise ein besseres Zusammenhalten erlebten, hätten im Frühsommer geringere Sorgen um die Zukunft und fühlten sich seltener einsam.

Auch wenn sich viele Bürger um das Miteinander Sorgen machten, zeigten die Daten, dass der Zusammenhalt in Deutschland insgesamt weiterhin robust sei, bilanzierte Unzicker.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. August 2020 um 06:00 Uhr.

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