Mehrere Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Frankfurter Flughafen hintereinander. | Bildquelle: THORSTEN WAGNER/EPA-EFE/Shutters

Corona-Krise Lufthansa will ab Juni wieder mehr fliegen

Stand: 24.05.2020 07:21 Uhr

Um 99 Prozent sind die Passagierzahlen der Lufthansa in der Corona-Krise eingebrochen. Die Verhandlungen über ein milliardenschweres Rettungspaket laufen. Nun will der Konzern offenbar im Juni wieder mehr Flüge anbieten.

Die wegen der Corona-Pandemie angeschlagene Lufthansa will einem Zeitungsbericht zufolge von Juni an langsam wieder mehr fliegen - und setzt dabei aufs Feriengeschäft. In der zweiten Monatshälfte sollen allein aus Frankfurt rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Konzernkreise.

Darunter befänden sich Heraklion auf Kreta, Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Mallorca solle deutlich häufiger angeflogen werden. Mit dem neuen Juni-Flugplan würden 80 Flugzeuge reaktiviert. Laut Informationen der Zeitung sollen zu Beginn des kommenden Monats konzernweit 160 von insgesamt 760 Maschinen im Einsatz sein.

"Größte Krise aller Zeiten"

Die Corona-Krise hat den globalen Luftverkehr im Eiltempo in seine "größte Krise aller Zeiten" gestürzt, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr es formuliert. Wie sehr das Unternehmen von der Pandemie betroffen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Im vergangenen Jahr stiegen jeden Tag 350.000 Fluggäste in eine Maschine der Kranichlinie oder der weiteren Konzernairlines wie Swiss, Austrian oder Eurowings. Zuletzt waren es nur noch etwa 3000. 

"Die Passagierzahlen bei Lufthansa liegen aktuell nur noch bei maximal einem Prozent des Vorjahresniveaus", berichtete Spohr Anfang Mai bei der virtuellen Hauptversammlung der Lufthansa. "Oder anders formuliert: der Passagierrückgang beträgt 99 Prozent." Die Krise betrifft auch die Beschäftigten des Konzerns: 80.000 von ihnen sind in Kurzarbeit. Insgesamt hat die Lufthansa Group etwa 138.000 Mitarbeiter.

Ohne staatliche Hilfe droht die Insolvenz

Ohne staatliche Finanzspritze droht der Lufthansa nach eigener Darstellung die Insolvenz. Die Fluggesellschaft hatte in der Nacht zum Donnerstag in einer Pflichtmitteilung Details der bis zu neun Milliarden Euro umfassenden staatlichen Finanzspritze genannt. Die Gespräche mit Vertretern des eigens für Hilfen in der Coronakrise eingerichteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) seien fortgeschritten und sollten zeitnah abgeschlossen werden. Den Milliardenkredit muss die Lufthansa nach Informationen der "Bild am Sonntag" erst Ende 2023 zurückzahlen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) versicherte, dass die Staatsbeteiligung an der Lufthansa nur vorübergehend sein soll. Der "Saarbrücker Zeitung" hatte er gesagt: "Der Staat wird sich so schnell wie möglich wieder zurückziehen, damit die Lufthansa dann alleine zurechtkommt."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Mai 2020 um 09:00 Uhr.

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