Eine Messgerät im einem Corona-Testlabor, an der Technischen Hochschule Wildau.  | Bildquelle: picture alliance/dpa

Coronavirus in Deutschland Bund ordnet Suche nach Mutationen an

Stand: 18.01.2021 11:51 Uhr

Das Coronavirus mutiert - und wird ansteckender. Trotzdem wurden die Proben in deutschen Laboren bisher nur selten auf mögliche neue Virus-Varianten geprüft. Mit einer Such-Pflicht für die Labore soll sich das jetzt ändern.

Die Bundesregierung verpflichtet Labore, gezielt nach hochansteckenden Mutationen des Coronavirus zu suchen. Das sieht eine von Gesundheitsminister Jens Spahn vorgestellte Verordnung zur Gen-Sequenzierung vor. Ziel ist es demnach, künftig mindestens fünf Prozent der Positivproben auf Gen-Mutationen zu untersuchen. "Wir wollen einen besseren Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Virus-Varianten", sagte der CDU-Politiker.

Gesundheitsminister Spahn zur Überwachung von Coronavirus-Mutationen
tagesschau24 11:00 Uhr, 18.01.2021

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Spahn will mit der verstärkten Gen-Sequenzierung erreichen, dass die Behörden mehr Klarheit gewinnen, wie sich die etwa in Großbritannien und Südafrika aufgetretenen Virus-Mutationen ausbreiten. Zuletzt war Kritik laut geworden, dass dies in Deutschland anders als in Großbritannien und Dänemark bisher kaum untersucht wurde. Die Virus-Mutationen gelten als deutlich ansteckender.

Erst am Morgen hatte der "Münchner Merkur" berichtet, dass in Garmisch-Partenkirchen eine bisher unbekannte Corona-Mutation aufgetaucht sei.

Mindestens fünf Prozent der Proben sequenzieren

Für den Mehraufwand der Sequenzierung und für die Meldung der Daten erhalten die Labore 220 Euro pro Probe. "Es ist vorgesehen, dass bis zu einer durchschnittlichen täglichen Fallzahl von 10.000 Sars-CoV-2-Infektionen bis zu zehn Prozent der positiv getesteten Proben von den Laboratorien, die eine Primärdiagnostik durchführen, an die sequenzierenden Einrichtungen versendet werden können. Überschreitet die durchschnittliche tägliche Fallzahl den Wert von 10.000, soll dieser Prozentsatz auf fünf Prozent reduziert werden", heißt es in der Verordnung.

Anders als im ersten Verordnungsentwurf werden keine genauen Kosten für den Bundeshaushalt mehr angegeben, weil die Zahl der Gen-Sequenzierungen stark schwanken kann. Bei einer angenommenen Fallzahl von 25.000 Neuinfektionen am Tag entstünden bis zum 31. Juli 2021 Kosten von etwa 56 Millionen Euro, heißt es. Momentan ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen aber deutlich niedriger.

Mehr FFP2-Masken und mehr Tests für Pendler

Die Furcht vor einer Ausbreitung neuer, ansteckenderer Virus-Varianten dürfte auch die Beratungen von Bund und Ländern über weitere Corona-Maßnahmen am Dienstag bestimmen. Spahn forderte schon im Vorfeld als eine Eindämmungsmaßnahme verstärkte Tests von Berufs- und Grenzpendlern. Es müsse verhindert werden, dass hochansteckende Virus-Varianten nach Deutschland hineingetragen würden.

Der Gesundheitsminister teilte zudem mit, dass die von der Politik zugesagten Gutscheine für kostenfreie FFP2-Masken mehr Menschen zugutekommen als ursprünglich geplant: Insgesamt 34,1 Millionen Versicherte erhielten die Gutscheine in diesen Tagen per Post. Der Bund war zuvor von 27 Millionen Berechtigten ausgegangen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2021 um 11:00 Uhr.

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