Einem Autofahrer wird im Corona-Testzentrum in Marburg eine Probe entnommen. | Bildquelle: dpa

Mehr als 18.000 Neuinfektionen Corona-Zahlen schnellen in die Höhe

Stand: 30.10.2020 13:56 Uhr

Von "zunehmender Beschleunigung" spricht das Robert Koch-Institut angesichts von Tausenden Corona-Neuinfektionen an nur einem Tag. Der neue Rekordwert: 18.681 Fälle. Positiv bewertet das RKI den Trend beim R-Wert.

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 18.681 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Der bisherige Rekordwert vom Vortag lag bei 16.774 Fällen. Am Freitag vor einer Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 11.242 Neuinfektionen gemeldet.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 499.694 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 77 auf insgesamt 10.349. Das RKI schätzt, dass rund 345.700 Menschen inzwischen genesen sind.

7-Tage-Inzidienz überschreitet die 100

Aus dem Bericht des RKI geht auch hervor, dass die Zahl erfasster Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erstmals bundesweit über 100 lag. Die 7-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 104,9 (Stand 00.00 Uhr).

Tags zuvor hatte sie bei bundesweit 99,0 gelegen, vor vier Wochen noch bei 15,3. Eine hohe 7-Tage-Inzidenz zeigt an, dass sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben.

Deutschland verzeichnet erneut Höchststand an Corona-Neuinfektionen
tagesschau 16:00 Uhr, 30.10.2020, Nadina Bader, ARD Berlin

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Höchste aktuelle Werte in Bremen und Berlin

Besonders viele Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen verzeichneten folgende Städte und Bundesländer: Bremen (160,3), Berlin (146,1), Hessen (145,8) und Nordrhein-Westfalen (140,0). Werte über dem bundesweiten Mittel wurden auch in Bayern (114,1) und im Saarland (116,5) erfasst.

50 Neuinfektionen in einer Region in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner galten in den vergangenen Wochen als wichtiger Grenzwert, ab dem in dem Gebiet oft gezielt Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Welle eingeführt wurden.

RKI: "Seit Anfang der Woche ein leichter Abwärtstrend"

Bis sich die Wirkung des ab Montag greifenden Teil-Lockdowns bei den Infektionszahlen zeigt, dauert es wegen der Zeit von der Ansteckung zu Symptomen, Test und Erfassung nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen. Allerdings gibt es schon jetzt Anzeichen dafür, dass sich das Infektionsgeschehen wieder vermindern könnte: "Die berichteten R-Werte lagen seit Anfang Oktober stabil deutlich über 1. Seit Anfang dieser Woche ist ein leichter Abwärtstrend zu verzeichnen", heißt es im aktuellen Lagebericht des RKI vom Donnerstagabend.

Die Reproduktionszahl - kurz R-Wert genannt - gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter ansteckt. Bei einem Wert von 1,3 zum Beispiel stecken zehn Infizierte im Mittel 13 weitere Menschen an.

Berechnung: 44,88 Millionen Infizierte weltweit

Weltweit haben sich laut einer Berechnung der Nachrichtenagentur Reuters mehr als 44,88 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Fast 1,18 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus. Die meisten Infektionen weltweit verzeichnen die USA, gefolgt von Indien, Brasilien, Russland, Frankreich und Spanien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Oktober 2020 um 12:00 Uhr.

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