Pläne des Gesundheitsministeriums Bald Schnelltests für zu Hause

Stand: 25.01.2021 16:18 Uhr

Ein einfacher Corona-Schnelltest für zu Hause - das würde vieles erleichtern und könnte bei der Bekämpfung der Pandemie helfen. Das Bundesgesundheitsministerium will das nun auf den Weg bringen.

In Deutschland könnte es bald Corona-Schnelltests auch für zu Hause geben. Das Bundesgesundheitsministerium plant eine entsprechende Änderung der "Medizinprodukte-Abgabeverordnung". Damit soll es möglich werden, einfach zu handhabende Tests an Privatleute zu verkaufen. Die bisherigen Antigen-Schnelltests dürfen nur an Ärzte, medizinische Einrichtungen oder Pflegeeinrichtungen abgegeben werden. Auch Bildungseinrichtungen gehören seit Dezember zu den möglichen Empfängern.

Geplant sind neue, einfache Verfahren, die so bisher noch nicht verfügbar sind. "Wir sprechen ausdrücklich von Selbsttests, die einfacher zu handhaben sind", sagte ein Ministeriumssprecher. Die Produkte müssten zertifiziert werden und sowohl aussagekräftig genug als auch so von Laien praktizierbar sein, dass die Gefahr falscher Ergebnisse relativ gering sei. "Noch gibt es keine Schnelltests, die so zertifiziert sind und in der Menge verfügbar wären, dass sie für so eine Verordnung in Frage kommen."

Müssen noch Zulassungsverfahren durchlaufen

Im Entwurf des Ministeriums heißt es, perspektivisch würden Tests zur Eigenanwendung durch Laien eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie spielen: "Solche Tests sind ein wichtiger Beitrag zur Optimierung der Teststrategie in Deutschland."

Der Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie, Martin Walger, sagte, die Unternehmen könnten nun mit Hochdruck an der Zulassung solcher Tests arbeiten. Bis es soweit sei, werde es aber "ein paar Wochen" dauern. Möglich sind demnach verschiedene Varianten, etwa Abstriche in der Nase, die weniger tief entnommen werden müssen oder sogenannte Gurgel- und Spucktests.

Zu möglichen Preisen solcher Tests hieß es von den Apothekerverbänden, diese würden von jedem Hersteller und auch von jeder Apotheke individuell kalkuliert und ausgewiesen, zumal sich die Tests auch in ihrer Qualität und Handhabung unterscheiden würden.

Tests auch im Berufsleben einsetzen

Die geplante Verordnungsänderung des Gesundheitsministeriums sieht darüber hinaus auch mehr Möglichkeiten vor, die bisherigen Antigen-Schnelltests im Berufsleben einzusetzen. Dafür soll der Kreis der Einrichtungen erweitert werden, die Zugang zu den Schnelltests bekommen. Auch Einrichtungen der "kritischen Infrastrukturen" werde die Möglichkeit eingeräumt, Tests zu erwerben, hieß es. Genannt wurden unter anderem Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Informationstechnik, Telekommunikation, Transport und Verkehr.

Lauterbach: regelmäßige Tests auch in Betrieben

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte regelmäßige Tests in Betrieben. "Studien zeigen ganz klar: Wenn man die Belegschaften der Betriebe zwei Mal pro Woche mit einem Antigentest sozusagen bei Beginn der Arbeit testen würde, diejenigen, die nicht im Homeoffice sind, dann würde man damit massiv die Zahl der Neuinfektionen senken können", sagte er in einem Interview mit RTL/ntv.

Corona-Schnelltests für Alle - Gesundheitsministerium bremst Erwartungen
Claudia Plaß, ARD Berlin
26.01.2021 07:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. Januar 2021 um 15:12 Uhr.

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