Zwei Schülerinenn in Hessen mit Tornister.   | Bildquelle: dpa

Nach Ferienende Schulstart unter Corona-Bedingungen

Stand: 03.08.2020 00:56 Uhr

Als erstes Bundesland startet Mecklenburg-Vorpommern ins neue Schuljahr unter Corona-Bedingungen. Unter welchen Voraussetzungen darf wieder gelernt werden? Und sind die Schulen vorbereitet?

Nach den Sommerferien starten die Schüler in Mecklenburg-Vorpommern und auf einigen Inseln in Schleswig-Holstein als erste bundesweit ins neue Schuljahr. Weitere Bundesländer folgen in den nächsten Tagen mit dem Schulalltag unter Corona-Bedingungen. Wie genau diese aussehen, darüber haben die Bundesländer teils unterschiedliche Auffassungen.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sprach sich am Sonntag für eine Maskenpflicht in Schulgebäuden aus. Es sei zwar nachvollziehbar, "wenn Länder auf Abstandsregeln in den Schulen verzichten wollen, weil die räumlichen Bedingungen ansonsten nur eingeschränkt Präsenzunterricht zulassen würden", sagte Karliczek der "Welt am Sonntag". "Dennoch wird der Präsenzunterricht nur dann funktionieren können, wenn weitere Regelungen zur Hygiene, zum Tragen von Schutzmasken sowie zum Abstandhalten auf dem Schulhof und auf den Fluren strikt eingehalten werden."

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, gerade an Schulen seien Abstandhalten, Maskenpflicht "so weit wie nötig" und regelmäßige Handhygiene die einzigen Mittel zum Schutz der eigenen Person und anderer.

Der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE in Mecklenburg-Vorpommern, Michael Blanck, sprach am Wochenende von einem "Bauchgrummeln" der Kollegen angesichts steigender Infektionszahlen und wachsender Sorglosigkeit in der Gesellschaft.

Auch bei konsequenter Einhaltung aller Hygieneregeln an den Schulen sei den Lehrkräften klar, "dass es nach und auch schon vor der Schule zu einer Vermischung der Gruppen kommen wird, die in den Schulen strikt getrennt werden", sagte Blanck.

Maskenpflicht im mehreren Ländern angekündigt

Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen ist von freiwilligen Maskengeboten die Rede, oder es liegt - wie in Hessen oder Sachsen - im Ermessen der Schulen.

Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt kritisierte, dass Schulen in weiten Teilen noch nicht gut auf digitalen Unterricht vorbereitet sind für den Fall, dass sie doch wieder schließen müssen. Es bestehe "akuter Handlungsbedarf", mahnte sie in einem am Sonntag veröffentlichten Schreiben an Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Göring-Eckardt forderte einen "Notfallplan" für eine Schul-Digitaloffensive.

So sollten Geldern aus dem Digitalpakt unbürokratisch genutzt werden können, Lehrkräfte müssten Trainingsangebote erhalten sowie dienstliche Digitalgeräte, Kinder kostenlose Leihgeräte für den Fernunterricht. Der Bund sollte für Heimunterricht zudem eine Eltern-Lehrer-Hotline mit Digitalcoaches einrichten.

Erst einmal soll es aber mit dem Unterricht in den Schulen losgehen. Und den Anfang machen die fast 153.000 Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern. Für sie soll es trotz wieder steigender Infektionszahlen erstmals seit den Schulschließungen Mitte März wieder täglichen Unterricht geben. Bereits am Samstag wurden rund 13.900 Erstklässler eingeschult. Bei Veranstaltungen lernten sie ihre Lehrerin oder ihren Lehrer kennen und nahmen erstmals im Klassenzimmer Platz.

Teilweise Fernunterricht

Weil etwa 400 der 13.000 Lehrer aufgrund ihres hohen Risikos für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung weiter im Homeoffice arbeiten, muss der Präsenzunterricht auch weiter teilweise durch Fernunterricht ergänzt werden, so das Bildungsministerium. Garantiert würden jedem Grundschüler aber täglich vier Stunden Unterricht in der Schule. An den weiterführenden Schulen sind es mindestens fünf Stunden.

Schulstart ist heute auch auf den Halligen und mehreren anderen Inseln in Schleswig-Holstein. Hamburg folgt am Donnerstag. In der Woche darauf geht es in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und im übrigen Schleswig-Holstein los.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. August 2020 um 08:30 Uhr.

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