Der hessische Sozialminister Kai Klose, der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes sowie Vertreter der Frankfurter Uniklinik äußern sich in einer Pressekonferenz zu den zwei bestätigten Coronavirus-Infektionen. | Bildquelle: dpa

Coronavirus bei Wuhan-Rückkehrern Zwei Infizierte - aber ohne Symptome

Stand: 02.02.2020 17:08 Uhr

Die beiden aus China zurückgekehrten Passagiere, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sind "medizinisch wohlauf". Sie wurden an der Frankfurter Uniklinik isoliert. Unter den Rückkehrern erwarten die Behörden keine weiteren Fälle.

Die beiden Rückkehrer aus Wuhan, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, haben vor dem Abflug in China und bei ihrer Ankunft in Frankfurt am Main keine Symptome gezeigt. Das teilte Gesundheitsminister Jens Spahn mit. Es geht ihnen nach Angaben der behandelnden Ärzte sehr gut. Sie sind demnach isoliert worden und befinden sich nun in Quarantäne in der Frankfurter Universitätsklinik. Sie bekämen keine Infusionen oder andere Medikamente, so die Ärzte. Ob die beiden Infizierten das Virus weitergeben können, obwohl sie keine Symptome zeigen, ist noch nicht erforscht.

Behörden bestätigen zwei Corona-Fälle unter isolierten Wuhan-Rückkehrern
tagesschau 20:00 Uhr, 02.02.2020, Sebastian Kisters, HR

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Gesundheitsamt: Jährliche Influenza gefährlicher

Die Gesundheitsbehörden erwarten keine weiteren Infektionsfälle unter den Rückkehrern. Die 124 von der Luftwaffe nach Frankfurt ausgeflogenen Menschen hätten sich bis auf eine Ausnahme alle auf freiwilliger Basis auf das Virus testen lassen, sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk. Eine Rückkehrerin habe sich noch nicht testen lassen, dies werde aber "nachgeholt". Es gebe neben den zwei Infizierten keine weiteren positiven Virentests, bestätigte Gottschalk.

Nach allem, was bisher bekannt ist, zeigten alle mit dem Coronavirus Infizierten in Deutschland bislang einen sehr milden Verlauf, so dass der Gesundheitsdienst in Frankfurt die reguläre jährliche Grippewelle für eine größere Gefahr für die Bevölkerung hält. Die Vorsichtsmaßnahmen seien demnach in der Neuartigkeit des Virus begründet. Es finde eine enge Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut statt.

Menschen mit Schutzkleidung stehen im Airbus A310 "Kurt Schumacher" der Bundeswehr am Flughafen Frankfurt am Main. | Bildquelle: dpa
galerie

Der Airbus A310 "Kurt Schumacher" der Bundeswehr hatte die Deutschen aus Wuhan zurückgebracht.

Spahn verteidigt Informationspolitik

Bundesgesundheitsminister Spahn verteidigte die Vorsichtsmaßnahmen am Nachmittag: Es habe sich gezeigt, dass die zentrale Unterbringung in Germersheim richtig sei, so Spahn. Er verwies auf die Inkubationszeit von 14 Tagen, von der Infektion bis zum Ausbruch dauert es also zwei Wochen. "Wir arbeiten mit bestmöglicher, größtmöglicher Transparenz", sagte Spahn. Dafür sei es aus seiner Sicht aber auch nötig, dass immer dann informiert werde, wenn es auch gesicherte Informationen gebe. Halbwissen helfe nicht. Spahn sagte, es sei eine "dynamische Lage". "Wir kennen den Virus noch nicht abschließend." Spahn kündigte verstärkte internationale Absprachen an.

Wie es jetzt genau für die anderen bislang nicht Infizierten in Germersheim weitergeht, ist unklar. Das müssten die Behörden dort entscheiden, so Spahn.

Sebastian Kisters, HR, mit Informationen zu den neuen Corona-Fällen
tagesschau 17:15 Uhr, 02.02.2020

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Schnelltest bringt Gewissheit

Bereits kurz nach der Ankunft des Bundeswehr-Airbus in Frankfurt am gestrigen Nachmittag waren elf Menschen in die Frankfurter Uniklinik gebracht worden. Zehn Passagiere aus medizinischen Gründen, die nichts mit dem Coronavirus zu tun haben, sagte der hessische Sozialminister Kai Klose.

Bei dem elften Passagier konnte nach einem Coronavirus-Schnelltest Entwarnung gegeben werden. Der Verdacht einer Infektion bestätigte sich nicht. Das teilte das hessische Sozialministerium mit.

128 Stuben in der Südpfalz

In der Südpfalz-Kaserne stehen 128 Zimmer für die Rückkehrer bereit. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums übernimmt der Bund die Kosten für die Unterbringung, die Menschen müssten allerdings den Flug aus China bezahlen. Auch das medizinische Personal und ehrenamtliche Helfer des Roten Kreuzes in Germersheim stehen unter Quarantäne.

Für die Rückkehrer ist die Abschottung nach Einschätzung des Roten Kreuzes eine Belastung. Deshalb sei der psychosoziale Dienst ebenfalls vor Ort. Um die Verpflegung kümmert sich die Bundeswehr. Kontakte mit Außenstehenden werden auf ein Minimum reduziert. Es soll nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP aber Besuchsmöglichkeiten geben. Besucher müssen Hygienemaßnahmen einhalten, Materialien wie Schutzmasken sollen zur Verfügung gestellt werden.

Insgesamt waren laut Bundesgesundheitsministerium 124 Passagiere an Bord der Bundeswehr-Maschine: 100 Deutsche, 22 Chinesen, ein Rumäne und ein US-Bürger. Alle kamen aus der besonders stark von der Lungenkrankheit betroffenen Provinz Hubei, die als Ursprungsort der Epidemie gilt.

Zwei weitere Corona-Infizierte in Deutschland: Spahn fühlt sich bestätigt
Christopher Jähnert, ARD Berlin
02.02.2020 18:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Februar 2020 um 15:00 Uhr.

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