Kampf gegen Coronavirus Spahn rechnet mit Impfstoff für Kinder

Stand: 06.02.2021 08:56 Uhr

Der Impfplan für Deutschland steht - doch gerade für die Jüngsten fehlt bisher ein Wirkstoff. Bundesgesundheitsminister Spahn setzt darauf, dass bis zum Sommer auch ein Vakzin für Kinder und Jugendliche entwickelt wird.

Die Bundesregierung hält an ihrem Ziel fest, dass bis Ende dieses Sommers jeder in Deutschland die Möglichkeit bekommen soll, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt darauf, dass bis zu den Sommermonaten auch ein Impfstoff für Kinder und Jugendliche zur Verfügung steht.

Bislang ist Impfung frühestens ab 16 Jahren möglich

Denn die bislang entwickelten und zugelassenen Vakzine sind nicht für jüngere Altersklassen geeignet: Der Wirkstoff von BioNTech und Pfizer kann Menschen ab 16 Jahren verabreicht werden, die Impfstoffe von Moderna und AstraZeneca sind ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen sei dies ein Problem, warnte Spahn.

Der CDU-Politiker versicherte jedoch, dass bereits mehrere Hersteller von Impfstoffen daran arbeiten würden, auch ein Vakzin für Kinder und Jugendliche zu entwickeln. Von drei bis vier Unternehmen wisse er das sicher. "Wir gehen davon aus, toi, toi, toi, wenn die Dinge gut laufen, dass wir im Sommer auch einen Impfstoff haben, der eben dann Kinder und Jugendliche schützen kann", so Spahn.

Fast drei Millionen Impfdosen bundesweit verabreicht

Die bundesweite Impfkampagne verläuft seit ihrem Start Ende Dezember eher schleppend. Mehrere Impfstoff-Hersteller, darunter Pfizer und AstraZeneca, hatten angekündigt, die ursprünglich geplante Menge an Impfdosen nicht liefern zu können.

Nach Angaben des Robert Koch-Institutes sind bislang in Deutschland etwa 2,98 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Rund 2,15 Millionen Menschen erhielten demnach die erste der notwendigen beiden Impfdosen, mehr als 834.000 Menschen konnte bereits die zweite Dosis verabreicht werden.

Zu große Erwartungen bei Impfstart

Spahn räumte den schwierigen Start ein. Irgendwie sei auch die Erwartung an den Beginn der Impfkampagne größer gewesen, sagte er. Vielleicht hätte die Bundesregierung ein besseres "Erwartungsmanagment" betreiben müssen. Doch nach den wochenlangen Diskussionen im Vorfeld des Impfstarts "über Priorisierung, Knappheit, Ethikrat, Bundestag" sei er davon ausgegangen, "dass irgendwie klar ist, das wird schwierig am Anfang".

Es liege noch "ein Stück Weg" vor Deutschland, in denen die Schwierigkeiten weiterhin bestehen würden, so Spahn. Er gehe davon aus, dass der Impfstoff auch in den kommenden neun bis zehn Wochen knapp bleiben werde.

Spahn erwartet Kinderimpfstoff im Sommer - woher die Hoffnung?
Andreas Meyer-Feist, ARD Brüssel
06.02.2021 15:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Februar 2021 um 07:56 Uhr.

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