Der Krisenstab der Bundesregierung kommt zu seiner Sitzung zusammen, um über weitere Vorkehrungen gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2 zu beraten. | Bildquelle: dpa

Coronavirus in Deutschland Krisenstab beschließt strengere Auflagen

Stand: 29.02.2020 04:48 Uhr

Der Krisenstab der Bundesregierung hat zur Corona-Eindämmung weitere Auflagen für die Einreise aus besonders betroffenen Ländern wie Südkorea und Japan beschlossen. Auch für Großveranstaltungen gibt es neue Empfehlungen.

Von Kai Clement, ARD-Hauptstadtstudio

Ein lang gestreckter Konferenzraum in einem Bürogebäude an der Prachtstraße "Unter den Linden": auf dem Tisch nicht nur Kaffeekannen, sondern auch Handdesinfektionsmittel. An der Kopfseite eine große Weltkarte mit dem aktuellen Stand der Infizierten weltweit: mehr als 83.000 sind es. In diesem Ableger des Gesundheitsministeriums hat sich der Corona-Krisenstab getroffen.

Eine Aufgabe für die Experten: Kriterien für Großveranstaltungen zu entwickeln. Mehr nicht. Genehmigung oder Verbot seien Sache der örtlichen Behörden. Noch während aber die Experten zusammensitzen, äußert sich Dilek Kalayci, die Gesundheitssenatorin Berlins, im RBB Fernsehen zur Berliner Reisemesse ITB - sie wird abgesagt.

Verschärfte Auflagen für Großveranstaltungen

Erst nach der Entscheidung aus Berlin kommt vom Krisenstab eine zweiseitige Mitteilung. Darin heißt es, man empfehle, die Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts von Großveranstaltungen unverzüglich zu berücksichtigen. Das Institut schlägt - abhängig von Teilnehmerkreis, Art und Ort der Veranstaltung - unter anderem den Ausschluss bestimmter Personen vor, ein Eingangsscreening oder auch eine komplette Absage.

Einige dieser verschärften Auflagen hat auch das Gesundheitsamt des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf der ITB gemacht. Die Berliner Gesundheitssenatorin erklärt, die für kommende Woche geplante Messe hätte bedeutetet, sehr viele Menschen auf engem Raum zu versammeln - das aber erhöhe das Übertragungsrisiko.

Coronavirus: Bundesweit sind etwa 60 Krankheitsfälle bestätigt
tagesschau 20:00 Uhr, 28.02.2020, Martin Polansky, RBB

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Spahn begrüßt Entscheidung

Die Absage sei "eine richtige Entscheidung Berlins", die er nur begrüßen könne. Das schreibt Gesundheitsminister Jens Spahn bei Twitter.

Der Krisenstab hat außerdem beschlossen, dass im Luft- und Schiffsverkehr künftig auch für Reisende aus Südkorea, Japan, Italien und dem Iran der Gesundheitsstatus der Passagiere vor der Einreise gemeldet werden müsse. Das galt bisher nur für China. Darüber hinaus verstärke die Bundespolizei ihre Kontrollen im 30-Kilometer-Grenzraum. Weiterhin sollen in allen Zügen im Regional- und Fernverkehr dann Kontaktdaten hinterlegt werden, wenn Corona-Verdachtsfälle festgestellt wurden. Der Bund solle Schutzausstattung zentral beschaffen und bevorraten.

Merkel wirbt für "Maß und Mitte"

Zuvor hatte Regierungssprecher Steffen Seibert erklärt, Kanzlerin Angela Merkel informiere sich tagtäglich über die Verbreitungszahlen und die Gegenmaßnahmen.

Die Kanzlerin warb unterdessen für "Maß und Mitte". Es sollten nicht alle Veranstaltungen deshalb abgesagt werden, sagte Merkel in Stralsund. Deutschland habe beste Voraussetzungen, um mit dem Virus klarzukommen. Zudem sei jeder einzelne gefragt. Ihr Beispiel: "Ich gebe heute Abend niemandem die Hand", sagte sie.

Coronavirus, Sars-CoV-2 und Covid-19

Coronavirus ist die geläufigste Bezeichnung für das neuartige Virus aus China. Dessen offizieller Name, den die WHO festgelegt hat, lautet Sars-CoV-2. Die aus dem Virus resultierende Lungenkrankheit heißt Covid-19.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Februar 2020 um 04:55 Uhr.

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Kai Clement, WDR

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