Corona-Pandemie Mehr als 25.000 Neuinfektionen

Stand: 09.04.2021 08:32 Uhr

Das RKI hat 25.464 Neuinfektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz klettert auf 110,4. Das RKI rechnet allerdings erst ab Mitte kommender Woche wieder mit aussagekräftigen Zahlen. Intensivmediziner beurteilen die Lage als "dramatisch".

Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 25.464 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 3576 mehr als vor einer Woche. 296 weitere Menschen sind in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 110,4 von 105,7 am Vortag. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieser Zeitspanne an. Sie ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung und Lockerung von Restriktionen.

Zahlen erst Mitte nächster Woche wieder aussagekräftig

Im Februar war dieser Wert zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen, bevor er wieder deutlich auf mehr als 130 stieg. In den vergangenen Tagen war die Inzidenz dann zwar wieder rückläufig. Das Institut erklärt auf seiner Webseite allerdings, sinkende Zahlen könnten auch daran liegen, dass rund um Ostern weniger Menschen einen Arzt aufgesucht hätten und weniger getestet wurde. Auch könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und Landesbehörden ihre Fallzahlen übermittelt hätten.

Auf einer Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte RKI-Chef Lothar Wieler, er erwarte ab Mitte nächster Woche wieder aussagekräftigere Zahlen zu den Neuinfektionen. Er rief dazu auf, das Virus ernst zu nehmen. Es gebe verstärkt schwere Verläufe, mehr jüngere Menschen seien betroffen. "Die Intensivstationen füllen sich rasant."

Insgesamt wurden bislang mehr als 2,96 Millionen Infektionen in Deutschland bestätigt. 78.003 Personen starben dem RKI zufolge nach einer Infektion mit dem Virus. Die Zahl der von einer Coronavirus-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI mit rund 2,65 Millionen.

Erneute Warnung vor Überlastung der Krankenhäuser

Intensivmediziner und -medizinerinnen zeigen sich besorgt. Die Situation sei "wirklich sehr dramatisch", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, im Morgenmagazin. Bis Ende April werde sich die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen auf mehr als 5000 erhöhen. Nach Angaben der DIVI sind aktuell 4474 Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern mit Covid-19-Patienten belegt.

Derzeit seien nur noch rund 2000 sogenannte High-Care-Betten frei, die für Covid-19-Erkrankte und andere Schwerkranke benötigt würden, sagte Marx. Das sei "wirklich, wirklich" knapp. "Wir brauchen wirklich einen harten Lockdown", so der DIVI-Präsident. Das Infektionsgeschehen müsse unbedingt unter Kontrolle gebracht werden. Es mache überhaupt keinen Sinn, über Öffnungen nachzudenken. "Wir sind ja auf der Zielgeraden, wir können ganz viel impfen", fügte der Mediziner hinzu. Es gelte, die Menschen zu schützen, damit sie nicht noch kurz vor ihrer Impfung an Covid-19 erkrankten.

Corona-Lage: RKI und Intensivmediziner warnen - MPK abgesagt
Isabel Reifenrath, ARD Berlin
09.04.2021 11:50 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. April 2021 um 09:00 Uhr.

Darstellung: