Eine Absperrung hinter einem Busfahrer (Archivbild aus dem März) | Bildquelle: picture alliance/dpa

Corona-Schutz in Bussen TÜV warnt vor "gefährlichen Bastellösungen"

Stand: 27.09.2020 11:00 Uhr

In manchen Bussen finden sich noch immer Plastikfolien, die Busfahrer schützen sollen. Für den TÜV sind das "gefährliche Bastellösungen". Das RKI meldete unterdessen 1411 Corona-Neuinfektionen in Deutschland.

Der TÜV-Verband kritisiert provisorische Corona-Schutzmaßnahmen für Busfahrer. Um die Fahrer vor einer Infektion zu schützen, hatten viele Nahverkehrsunternehmen zu Beginn der Pandemie transparente Folien um den Bereich der Fahrer angebracht. Diese kritisierte der TÜV als "gefährliche Bastellösungen", wie die "Welt am Sonntag" aus dem "Bus-Report" des Verbands zitiert.

Die Folien erschwerten den im Verkehr äußerst wichtigen Blick nach rechts oder machten ihn sogar unmöglich, so der Verband in seinem Report. Dass es dadurch noch nicht zu schwersten Unfällen gekommen sei, "dürfte purer Zufall sein", so der TÜV. Inzwischen werden in die Busse meist professionelle Trennscheiben eingebaut - unter anderem auf Anregung der Prüfer.

Trennscheiben aus Plexiglas

Der Verband habe technische Anforderungen erarbeitet, wie Trennscheiben in Bussen und Taxis angebracht werden können, um die Fahrer zu schützen - auch um die Betriebserlaubnis der Busse weiterhin zu gewährleisten, sagte der Leiter des Geschäftsbereichs Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband, Richard Goebelt, der Zeitung. Diese Regelungen würden in den kommenden Wochen wohl auch gesetzlich festgeschrieben.

Eine Absperrung vor einem Busfahrer | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Inzwischen werden in die Busse professionelle Trennscheiben eingebaut, unter anderem auf Anregung der TÜV-Prüfer.

RKI meldet 1411 registrierte Neuinfektionen

Dass Schutzmaßnahmen im Nahverkehr weiterhin nötig sind, belegen die momentanen Corona-Zahlen. Gestern war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen.

Heute meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 1411 neue registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden - eine erwartungsgemäß niedrige Zahl. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Insgesamt infizierten sich in Deutschland laut RKI 284.140 Menschen nachweislich mit dem Virus. Die Zahl der Todesfälle liegt demnach aktuell bei 9457 - fünf mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen liegt nach RKI-Schätzung bislang bei etwa 250.800.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. September 2020 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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