Datenspende-App des RKI | Bildquelle: dpa

Eindämmung des Coronavirus Hunderttausende nutzen "Datenspende"-App

Stand: 06.05.2020 12:23 Uhr

Seit Wochen wird über Apps diskutiert, die bei der Coronavirus-Eindämmung helfen sollen. Das RKI testet bereits eine App, die aber lediglich Daten aus Fitness-Trackern nutzt. Inzwischen machen gut 509.000 Nutzer bei dem Projekt mit.

Bei der "Datenspende"-App des Robert Koch-Instituts, die Informationen aus Fitness-Trackern zur Eindämmung des Coronavirus sammeln soll, machen inzwischen gut 509.000 Nutzer mit. Ein wissenschaftliches Projekt mit der Teilnahme von Bürgern in dieser Größenordnung sei weltweit einzigartig, kommentierte das RKI in einem Blogeintrag.

Symptome anhand von Vitaldaten ableiten

Die Idee hinter der App ist, dass sich Coronavirus-Symptome auch von Vitaldaten wie Puls ableiten lassen könnten. Solche Informationen werden routinemäßig von Computer-Uhren sowie vielen Fitness-Armbändern erfasst. Die Hoffnung ist, dass man anhand der Daten die Zahl der Erkrankten besser einschätzen und mögliche Infektionsschwerpunkte frühzeitig erkennen kann.

Ob die Rechnung aufgeht, ist bisher offen. "Wenn alles klappt!", schränkt das RKI selbst in dem Blog ein. Bisher wurden Karten veröffentlicht, die die Verteilung der Datenspender und den durchschnittlichen Ruhepuls bezogen auf deutsche Landkreise zeigen - beides gibt noch keinen Aufschluss über das eigentliche Ziel des Projekts.

Die Datenschutz-Umsetzung der App war von Experten des Chaos Computer Clubs kritisiert worden, die unter anderem bemängelten, dass die Daten erst auf den Servern des RKI pseudonymisiert würden.

Tracing-App zieht sich hin

Außerdem im Gespräch ist in Deutschland und anderen europäischen Ländern eine weitere App. Die App soll Nutzern mitteilen, ob sie mit Corona-Infizierten in Kontakt gekommen sind und damit Infektionsketten unterbrechen. Doch das kann sich zumindest in Deutschland noch hinziehen: Gesundheitsminister Jens Spahn teilte vor Kurzem mit, er erwarte, dass die Entwicklung einer Corona-Tracing-App noch mehrere Wochen dauert. Man wolle den neu eingeschlagenen Weg nun "so schnell als möglich, aber auch so sicher als möglich gehen".

Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, eine gesetzliche Grundlage für die App zu schaffen. Dazu will die Bundestagsfraktion morgen einen Antrag ins Plenum des Bundestages einbringen. In dem Antrag verlangen die Grünen, dass der Quellcode der App öffentlich überprüfbar ist. Gleichzeitig wollen sie von der Bundesregierung wissen, ob Sicherheitslücken in der "Datenspende"-App, bereits vollständig behoben seien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. April 2020 um 20:00 Uhr.

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