Mit einer VR-Brille soll die Aufmerksamkeit gegenüber Depression gestärkt werden. | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX

"Impression Depression" Was es heißt, im Tunnel zu sein

Stand: 21.10.2019 21:02 Uhr

Leiden Menschen an Depressionen, stoßen sie häufig auf Unverständnis. Die Robert-Enke-Stiftung will mit einer Virtual-Reality-Brille Nicht-Erkrankten einen Eindruck vermitteln, was es heißt, depressiv zu sein.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Hauptstadtstudio

"Impression Depression" möchte aufklären: über eine Krankheit, die immer noch nicht von allen richtig ernstgenommen wird. Und die man als Nicht-Betroffener kaum nachvollziehen kann. Auch Teresa Enke ging es so mit ihrem Robert:

"Ich habe Robbie immer gefragt, wie fühlt man sich? Wie kann sich ein Depressiver fühlen? Und er hat mir das mit diesem Tunnel beschrieben, aber ich konnte nicht wirklich eintauchen.“

Robert-Enke-Stiftung startet Aufklärungskampagne zum Thema Depression
nachtmagazin 00:15 Uhr, 22.10.2019, Carla Reitter, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Impression Depression" setzt da an: Eine 15-minütige Virtual Reality-Erfahrung vermittelt 15 Minuten Depression - mit Bleiweste, Kopfhörern und einer Virtual-Reality-Brille.

Einer echten Depression kann sie allenfalls nah kommen, sie keineswegs kopieren, wie Teresa Enke betont: "Wir möchten das klarstellen, dass wir nicht sagen: So fühlt sich ein Depressiver. Wie Robert sich gefühlt hat, ist es weitaus schlimmer."

Man sei nicht nur 15 Minuten in dieser Situation, sondern über Tage, Wochen, Monate. "Es soll einen Eindruck vermitteln", erklärte Enke.

Teresa Enke, Vorsitzende der Robert-Enke-Stiftung bei der Vorstellung der VR-Brille. | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX
galerie

Mit einer Virtual-Reality-Brille will die Robert-Enke-Stiftung mehr Verständnis für das Krankheitsbild Depression schaffen.

Simuliert durch zehn Kilogramm Blei

Für die Simulation müssen sich die Teilnehmer eine Bleiweste umhängen, zehn Kilogramm schwer. Sie lässt schon mal die Schultern hängen und ist eine echte Last, körperlich spürbar.

Mit der Brille taucht man dann ein in eine deprimierende Lebenswelt: Man sitzt in einer total unaufgeräumten Wohnung auf einem Bett, die Rollos sind heruntergezogen, und kann einfach nicht aufstehen.

Müde und antriebslos sitzt man da. Dann plötzlich: Der Tunnel, eine Art Kellerraum, - es ist dunkel, ein winziges Licht leuchtet vielleicht am Ende. Das Gefühl von Leere und Antriebslosigkeit nimmt zu. Eine Stimme zieht einen immer tiefer nach unten in das Reich von Apathie und Resignation. "Ich werde aus diesem Loch nie wieder rauskommen. Ich sehe keinen Ausweg."

Freiwillige testen VR-Brillen. | Bildquelle: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX
galerie

Mit Brille Verständnis schaffen. In einer bundesweiten Kampange versucht die Robert-Enke-Stiftung über Depression aufzuklären.

Nicht jeder darf ausprobieren

Nicht jeder soll und darf diese Brille aufsetzen, erklärt die Psychologin Ann-Katrin Bockmann, die an der VR-Erfahrung mitgearbeitet hat: "Das richtet sich an Erwachsene - nicht an Kinder und Jugendliche. Das ist ein besonders empfindliches Alter. Es richtet sich nur an Menschen, die jetzt nicht akut depressiv erkrankt sind."

Für Menschen, die schon einmal depressiv erkrankt waren oder in einer schwierigen Lebensphase sind, sei es einfach zu belastend, betont die Psychologin.

Stellt sich während der Simulation ein ungutes Gefühl ein, sollen die Teilnehmer Brille und Kopfhörer abnehmen, erklärt ein Mitarbeiter der Stiftung.

Gefühl der Wertschätzung fehlt

Gefühle entstehen durch das, was man denkt. Und wenn man von sich selbst denkt, man sei nichts wert, ist das fatal. Bockmann beschreibt das so: "Wenn man von sich selber glaubt, man ist nichts wert, jeder andere findet einen auch nicht wertvoll und dann glaubt, das ändert sich nicht, wie kommen Sie dann dazwischen? Das ist Depression."

Die Botschaft: Depression ist behandelbar

Die Depressions-Simulation soll vor allem der Prävention dienen, soll die Enttabuisierung der Krankheit vorantreiben.

Schon jetzt hat die Stiftung über 30 Anfragen von Universitäten, aber auch von Unternehmen, die die Brille einsetzen wollen, um eventuellen Erkrankungen der Mitarbeiter vorzubeugen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn liefert Zahlen: "Wir haben bis zu 10.000 Suizide in Deutschland im Jahr, die mit Depressionen im Zusammenhang stehen. Das ist eine sehr hohe Zahl."

Aber: Depression ist auch behandel- und heilbar. Vor allem diese Botschaft möchte Teresa Enke weiterverbreiten. Daher beendet man die "Impression-Depression"-Erfahrung auch nicht in dem niedrigen tunnelartigen Kellerloch, sondern in einem hellen Raum mit schönen, freundlichen Bildern. Und spricht danach über das Gefühlte. Denn auch das kann schon helfen.

Über dieses Thema berichteten das Nachtmagazin am 21. Oktober 2019 um 00:15 Uhr.

Darstellung: