Ottmar Edenhofer | Bildquelle: picture alliance/dpa

Bundesstiftung Umwelt Umweltpreis für Klimaökonom und Fabrikanten

Stand: 02.09.2020 14:55 Uhr

Der eine hat zum Klimapaket der Bundesregierung beigetragen, die anderen beiden zeigen, wie nachhaltige Produktion geht: Den diesjährigen Umweltpreis teilen sich Klimaökonom Edenhofer und die Unternehmergeschwister Trappmann aus Hessen.

Für seinen besonders sparsamen Einsatz von Energie und Ressourcen bekommt ein Unternehmerpaar aus Limburg in diesem Jahr den Deutschen Umweltpreis. Die Geschwister Annika und Hugo Sebastian Trappmann teilen sich die Auszeichnung mit dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück bekannt gab.

Geschwister Annika und Hugo Sebastian Trappmann | Bildquelle: dpa
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Die Geschäftsführer der Blechwarenfabrik Limburg - die Geschwister Annika und Hugo Sebastian Trappmann - werden für ihre nachhaltigen Konzepte im Unternehmen ausgezeichnet.

"Damit wird herausragendes Engagement für den Klimaschutz doppelt ausgezeichnet", sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Die Preisträger teilen sich die mit 500.000 Euro nach Angaben der Stiftung höchst dotierte unabhängige Umweltauszeichnung Europas.

Den mit 10.000 Euro dotierte Ehrenpreis der Stiftung erhält der Insekten-Wissenschaftler Martin Sorg, der die Forschungen beim Entomologischen Verein Krefeld koordiniert.

CO2-Bepreisung im Klimapaket verankert

Der Klimaökonom Edenhofer habe mit seinem wissenschaftlichen Lösungsansatz, einen Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid zu verlangen, die deutsche Klimapolitik belebt, sagte Bonde. Er habe entscheidende Impulse im Diskurs über finanzielle Anreize für mehr Klima- und Naturschutz geliefert.

Der Wissenschaftler erhalte den Preis unter anderem, weil er in beratender Funktion mit seinem Vorschlag einer CO2-Bepreisung erheblich zur Einigung der Bundesregierung auf das Klimapaket beigetragen habe. "Er ist einer der weltweit einflussreichsten Vorreiter der Ökonomie des Klimawandels."

Weniger Kohlendioxid, weniger Weißblech

Die Geschwister Trappmann zeigten, wie sich ein mittelständisches Unternehmen per Hightech-Digitalisierung im klimafreundlichen Sinne umkrempeln lasse und zudem noch davon profitiere, sagte der Generalsekretär.

Die Limburger Blechwarenfabrik mit ihren 320 Beschäftigten zähle seit mehr als zehn Jahren bundesweit zu den führenden nachhaltigkeitsorientierten Unternehmen. "Bei der Energie- und Ressourceneffizienz setzt das Unternehmen Maßstäbe." So stoße der Betrieb jährlich etwa 2600 Tonnen weniger Kohlendioxid aus und spare etwa 100 Tonnen Weißblech ein.

Blechwarenfabrik Limburg | Bildquelle: dpa
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Die Blechwarenfabrik Limburg stößt aufgrund von Maßnahmen jährlich etwa 2600 Tonnen weniger Kohlendioxid aus und spart etwa 100 Tonnen Weißblech ein.

Bürger machen wegen Forschung mobil

Die Forschungen des Insektenwissenschaftlers Sorg hätten unter anderem in der "Krefelder Studie" gezeigt, dass die Gesamtmenge der Fluginsekten in den untersuchten Gebieten in den vergangenen Jahren um 76 Prozent zurückgegangen sei, sagte Bonde.

Die Ergebnisse hätten ein großes Echo in Medien und Wissenschaft ausgelöst und seien Anlass für die Gründung von Bürgerbewegungen gewesen. "Die Erkenntnisse haben Gesellschaft, Politik und Wissenschaft wachgerüttelt, ja sogar erschüttert."

Der Preis soll am 25. Oktober von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Hannover überreicht werden.

Martin Sorg | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Der Insektenwissenschaftler Martin Sorg habe mit seinen Erkenntnissen die Menschen wachgerüttelt - begründete die Deutsche Bundesstiftung Umwelt den Ehrenpreis.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. September 2020 um 08:00 Uhr.

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