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ARD-DeutschlandTrend Große Mehrheit für Aufnahme von Flüchtlingen

Stand: 18.09.2020 00:01 Uhr

Im ARD-DeutschlandTrend sprechen sich 87 Prozent der Befragten für die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem abgebrannten Lager Moria aus. Rund die Hälfte von ihnen macht aber zur Bedingung, dass es eine europaweite Verteilung gibt.

Eine große Mehrheit der Deutschen spricht sich grundsätzlich dafür aus, Menschen aus dem abgebrannten griechischen Flüchtlingslager Moria aufzunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt der DeutschlandTrend im ARD-Morgenmagazin. Demnach sind vier von zehn Wahlberechtigten (43 Prozent) der Ansicht, dass Deutschland auf jeden Fall Flüchtlinge aus Moria aufnehmen sollte. 44 Prozent finden, Flüchtlinge aus dem zerstörten Lager sollten nur unter der Bedingung aufgenommen werden, dass sich die EU-Staaten auf eine europaweite Verteilung der Hilfssuchenden einigen. Jeder Zehnte ist prinzipiell gegen eine Aufnahme.

Die Anhänger der Grünen und der Linken befürworten mehrheitlich eine bedingungslose Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria. Anhänger der Unionsparteien favorisieren die Aufnahme im Rahmen einer europäischen Lösung. Die Anhänger der SPD und der FDP sind in der Frage gespalten.

Interessant ist auch der Blick auf die AfD. Noch am Freitag hatte ihr Bundestagsabgeordneter Gottfried Curio die Flüchtlinge in Moria als "Brandstifter" bezeichnet und eine Aufnahme kategorisch abgelehnt. Unter den Anhängern seiner Partei ist die Stimmung nicht so eindeutig: Die Hälfte der AfD-Anhänger würde die Aufnahme im Rahmen einer europäischen Lösung unterstützen. Vier von zehn AfD-Anhängern möchten dagegen grundsätzlich keine Flüchtlinge aus Moria in Deutschland aufnehmen. Die Bundesregierung plant bislang, 1553 Flüchtlinge von fünf griechischen Inseln nach Deutschland zu holen.

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ARD-DeutschlandTrend im Morgenmagazin

Sonntagsfrage

Sonntagsfrage

Zwei Drittel für Fußballspiele mit begrenzter Zuschauerzahl

Im DeutschlandTrend wurde diesmal auch danach gefragt, wie Spiele der Fußball-Bundesliga mit Zuschauern bewertet werden. Zum Start der Saison hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass die Stadien trotz der Corona-Pandemie wieder bis zu 20 Prozent mit Fußballfans besetzt werden dürfen. Beim Bundesliga-Eröffnungsspiel zwischen dem FC Bayern und dem FC Schalke am morgigen Freitag kann diese Regelung allerdings noch nicht umgesetzt werden, weil die Stadt München sich wegen steigender Infektionszahlen gegen Zuschauer entschieden hat.

Laut der Umfrage wünschen sich zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent), dass Spiele wieder mit einer begrenzten Zahl von Fans im Stadion stattfinden. 7 Prozent können sich sogar vorstellen, die Stadien nach der Sommerpause voll zu belegen. Ein Viertel (23 Prozent) bevorzugt hingegen Fußballspiele ohne Zuschauer in den Stadien.

Grüne und Linke legen bei Sonntagsfrage zu

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union laut DeutschlandTrend auf 36 Prozent der Wählerstimmen. Die Grünen wären mit 20 Prozent zweitstärkste Kraft. Für die SPD würden sich 16 Prozent entscheiden, für die AfD 10 Prozent. Die Linke käme auf 8 Prozent der Stimmen, die FDP auf 5 Prozent. Insgesamt würde die Regierungskoalition aus Union und SPD 52 Prozent der Stimmen erhalten.

Im Vergleich zum DeutschlandTrend vom 3. September gewinnen Grüne und Linke jeweils einen Prozentpunkt hinzu. SPD und FDP verlieren hingegen jeweils einen Prozentpunkt. Der Stimmenanteil für die Union und die AfD bleibt unverändert.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl / Dual Frame (Festnetz- und Mobilfunkstichprobe)
Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl: 1051 Wahlberechtigte
Erhebungszeitraum: 15. bis 16. September 2020
Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen
Sonntagsfrage mit separater Gewichtung
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
Durchführendes Institut: infratest dimap

* bei einem Anteilswert von 5 Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. September 2020 um 02:00 Uhr.

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