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Corona-Maßnahmen Zufriedenheit sinkt - auf beiden Seiten

Stand: 27.10.2020 07:52 Uhr

Noch immer hält eine große Mehrheit in Deutschland die derzeitigen Corona-Maßnahmen für ausreichend. Doch die Zustimmung sinkt, zeigt der ARD-DeutschlandTrend Extra. Knapp ein Drittel spricht sich für schärfere Regeln aus.

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt, ist eine Mehrheit mit den Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zufrieden, wie aus dem vom Morgenmagazin beauftragten ARD-DeutschlandTrend Extra hervorgeht. Doch die Kritik nimmt zu. An der repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap nahmen vergangene Woche mehr als 1000 Bürger und Bürgerinnen teil.

51 Prozent beurteilten die geltenden Auflagen zur Eindämmung der Pandemie demnach als ausreichend - acht Prozentpunkte weniger als zu Monatsbeginn. Für 32 Prozent gehen die aktuell geltenden Einschränkungen angesichts stark steigender Neuinfektionszahlen nicht weit genug. 15 Prozent halten sie für zu weitgehend.

Zu streng? Zu lasch? Kritik wächst auf beiden Seiten

Im Vergleich zu Anfang Oktober 2020 ist damit sowohl die Anzahl derjenigen gewachsen, denen die geltenden Einschränkungen zu weit gehen (+ vier Prozentpunkte), als auch die Gruppe von Menschen, denen die Maßnahmen nicht weit genug gehen (+ fünf Prozentpunkte).

Kontrollen reichen vielen nicht aus

Große Unzufriedenheit besteht darüber, wie überwacht wird, ob die Corona-Auflagen eingehalten werden. 50 Prozent der Befragten bezeichneten die Kontrollen als nicht weitgehend genug. 34 Prozent empfinden sie als ausreichend, zehn Prozent gehen die bestehenden Kontrollen zu weit.

Die Verantwortung des Einzelnen

Um die Pandemie effektiv eindämmen zu können, weist die Politik immer wieder auf die Eigenverantwortung der Bürger hin. Mit 74 Prozent ist auch die große Mehrheit der Bundesbürger der Ansicht, dass sie mit ihrem Alltagsverhalten einen sehr starken (29 Prozent) beziehungsweise starken (45 Prozent) Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten kann. 19 Prozent nehmen ihren Beitrag als weniger stark wahr. 6 Prozent finden dagegen, dass sie durch ihr Alltagsverhalten gar nichts zur Eindämmung der Pandemie beitragen können.

Frauen und die jüngeren und mittleren Altersgruppen unter 65 Jahren schätzen ihren Beitrag durch ihr Verhalten im Alltag dabei stärker ein, als Männer und ältere Bundesbürger ab 65 Jahren.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl / Dual Frame (Festnetz- und Mobilfunkstichprobe)
Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl: 1036 Wahlberechtigte
Erhebungszeitraum: 22. bis 24. Oktober 2020
Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen
Sonntagsfrage mit separater Gewichtung
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
Durchführendes Institut: infratest dimap

* bei einem Anteilswert von 5 Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent

Über dieses Thema berichtete das Erste am 16. Oktober 2020 um 08:09 Uhr im ARD-Morgenmagazin.

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