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ARD-DeutschlandTrend Mehrheit gegen Karneval in Corona-Zeiten

Stand: 03.09.2020 18:00 Uhr

Karneval feiern in Zeiten von Corona? Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist dagegen - laut einer Umfrage 86 Prozent. Eine Maskenpflicht im Job und in der Schule findet nur wenig Befürworter.

Von Ellen Ehni, WDR

Kein Weihnachtsmarkt oder keine Karnevalsfeier wegen Corona? Was für manchen bitter klingen mag, halten die Deutschen mehrheitlich für sinnvoll: 86 Prozent meinen, dass eine Absage von Karnevalsfeiern für diesen Herbst und das kommende Frühjahr in die richtige Richtung geht. Knapp zwei Drittel der Befragten finden, dass Weihnachtsmärkte in diesem Jahr abgesagt werden sollten.

Genauso viele, nämlich 64 Prozent, sprechen sich dafür aus, bei Privatfeiern die Anzahl der Gäste stärker zu beschränken. Im Osten finden diese möglichen Maßnahmen allerdings weniger Rückhalt: Für eine Beschränkung der Gästezahlen bei Privatfeiern spricht sich dort nur eine knappe Mehrheit von 52 Prozent aus; 46 Prozent sind dagegen. Bei der Frage der Absage von Weihnachtsmärkten sind die Ostdeutschen gespalten: 50 Prozent sind dafür, 49 Prozent dagegen.

Maskenpflicht am Arbeitsplatz wird kritisch gesehen

Eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz wird von den Deutschen mehrheitlich abgelehnt: 55 Prozent sagen, dass dieser Vorschlag in die falsche Richtung gehe. Bei der Frage, ob Schüler auch im Unterricht Maske tragen sollten, ist die Ablehnung noch größer: Zwei Drittel der Befragten sind dagegen.

Die Sorge, sich mit Corona anzustecken, hat sich etwas abgeschwächt. Nach 34 Prozent Mitte August sind aktuell 26 Prozent in Sorge, dass sie selbst oder Familienmitglieder sich mit Corona infizieren könnten. 73 Prozent sind Anfang September weniger oder gar nicht besorgt, nach 66 Prozent vor knapp zwei Wochen.

Zufriedenheit mit der Regierung auf neuem Rekordwert

Aktuell sind so viele Bürger wie noch nie zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung: 66 Prozent sind mit der Arbeit von Schwarz-Rot sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden (+2). Der bisherige Höchstwert in dieser Frage lag im Mai und August dieses Jahres bei 64 Prozent. Jeder dritte Deutsche (33 Prozent) ist aktuell mit der Arbeit der Bundesregierung weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden (-1). Im März sah das noch ganz anders aus - bevor die Corona-Pandemie das Regierungshandeln stark geprägt hat. Damals waren nur 35 Prozent mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 65 Prozent waren unzufrieden.

Diese aktuelle Regierungszufriedenheit zahlte in den vergangenen Monaten aber bislang vor allem auf die CDU/CSU ein. Ihre starke Stellung in den Parteipräferenzen der letzten Monate fußte nicht zuletzt auf einem hohen Sachvertrauen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie. Bei der Union sehen die Deutschen die größte Kompetenz zur Corona-Krisenbewältigung. Das zeigt auch der aktuelle DeutschlandTrend. Bei der Frage, wer Deutschland gut durch die derzeitige Corona-Pandemie führen kann, setzen mit Abstand die meisten Bürger auf die Union (60 Prozent).

Das spiegelt sich auch in der aktuellen Sonntagsfrage wieder, in der die Union mit Abstand stärkste Kraft bleibt. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union auf 36 Prozent - zwei Punkte weniger als im Vormonat. Die SPD verbessert sich zwei Punkte und kommt auf 17 Prozent. Die AfD verschlechtert sich um einen Punkt und landet bei 10 Prozent. FDP und Linke sind jeweils stabil bei 6 bzw. 7 Prozent. Die Grünen verbessern sich um einen Punkt und erreichen 19 Prozent.

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ARD-DeutschlandTrend vom 03. September 2020

Sonntagsfrage zur Bundestagswahl

Sonntagsfrage zur Bundestagswahl

Söder Favorit als Unions-Kanzlerkandidat

Die Corona-Pandemie fällt in eine Zeit, in der sich die Parteien für die kommende Bundestagswahl im Herbst des kommendes Jahres aufstellen. Gerade bei der CDU bedeutet dies einen großen Umbruch, da die amtierende Kanzlerin nach dann 16 Jahren nicht mehr zur Wahl stehen wird. Es ist noch offen, mit welchem Kandidaten die Union in den Bundeswahlkampf ziehen wird. Vier sind dafür gerade in der öffentlichen Diskussion.

Der aktuelle Favorit der Deutschen kommt aus Bayern: 56 Prozent der Bundesbürger und 75 Prozent der Unions-Anhänger halten Markus Söder für einen guten Kanzlerkandidaten für die Union. An zweiter Stelle folgt Friedrich Merz. Ihn sehen 33 Prozent der Wahlberechtigten und 43 Prozent der Unions-Wähler als guten Kanzlerkandidaten. Armin Laschet sehen aktuell 24 Prozent der Befragten und Norbert Röttgen 21 Prozent als gute Kandidaten. In den Reihen der CDU/CSU-Anhänger überzeugt Laschet 25 Prozent und Röttgen 27 Prozent.

Scholz gewinnt an Rückhalt

Die SPD hat sich vor gut zwei Wochen auf ihren Kanzlerkandidaten festgelegt. Seitdem hat er mehr Rückhalt in der Bevölkerung. Aktuell sagen 55 Prozent der Bundesbürger, der Finanzminister sei ein guter SPD-Kanzlerkandidat. Das sind +11 Prozentpunkte mehr als Mitte August. Die SPD-Anhänger stehen sogar zu 77 Prozent hinter ihm. 32 Prozent der Bundesbürger meinen, er sei kein guter Kanzlerkandidat.

Olaf Scholz: Ein guter Kanzlerkandidat für die SPD?
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Olaf Scholz: Ein guter Kanzlerkandidat für die SPD?

Damit hat Olaf Scholz zu anderen SPD-Kanzlerkandidaten in der Vergangenheit aufgeschlossen: Als Martin Schulz im Januar 2017 zum Kanzlerkandidaten ernannt wurde, hielten ihn 64 Prozent der Deutschen für eine gute Wahl. Bei Peer Steinbrück im Jahr 2012 befürworteten dies 58 Prozent.

Bei den Grünen wird die Entscheidung nach jetzigem Stand zwischen den beiden Parteivorsitzenden fallen. Von den Wahlberechtigten wird Robert Habeck als der bessere Grünen-Spitzenkandidat gesehen: 42 Prozent bezeichnen ihn als guten Grünen-Kanzlerkandidaten. Annalena Baerbock betrachten 28 Prozent als gute Kandidatin. Auch in den eigenen Reihen findet Habeck mehr Zuspruch als seine Co-Vorsitzende. Jeweils eine Mehrheit der Grünen-Anhänger sieht jedoch sowohl in Habeck (65 Prozent) wie in Baerbock (59 Prozent) eine gute Besetzung für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/ Dual Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 60:40)
Disproportionaler Ansatz (West/Ost 70:30)
Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)***

Fallzahl: 1027 Befragte
Erhebungszeitraum: 31.08. bis 01.09.2020

Sonntagsfrage:
Fallzahl: 1527 Befragte
Erhebungszeitraum: 31.08. bis 02.09.2020

Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen;
Sonntagsfrage mit separater Gewichtung
Schwankungsbreite: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte

Durchführendes Institut: infratest dimap

* bei einem Anteilswert von fünf Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
*** Die Ergebnisse sind auf ganze Prozentwerte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Denn für alle repräsentativen Befragungen müssen Schwankungsbreiten berücksichtigt werden. Diese betragen im Falle eine Erhebung mit 1000 Befragten bei großen Parteien rund drei Prozentpunkte, bei kleineren Parteien etwa einen Punkt. Hinzu kommt, dass der Rundungsfehler für kleine Parteien erheblich ist. Aus diesen Gründen wird deshalb keine Partei unter drei Prozent in der Sonntagsfrage ausgewiesen.

NRW-Trend mit Corona-Stimmung
Wolfgang Otto, WDR
03.09.2020 18:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR2 am 04. September 2020 um 07:30 Uhr.

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