Auspuff | Bildquelle: dpa

NO2 in Städten Richtiger Trend, aber ...

Stand: 17.06.2019 09:56 Uhr

Die Maßnahmen greifen, doch es reicht laut Umweltbundesamt noch nicht: In 57 Städten war der Stickstoffdioxid-Wert im vergangenen Jahr zu hoch. Das waren acht Städte weniger als im Jahr davor.

In 57 deutschen Städten ist der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) im vergangenen Jahr überschritten worden. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) sankt damit die Zahl der betroffenen Kommunen gegenüber dem Vorjahr um acht.

"Der Trend geht in die richtige Richtung, aber die bisherigen Maßnahmen für saubere Luft reichen nicht aus", erklärte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Sie forderte weitere Maßnahmen, darunter die Nachrüstung von älteren Dieselautos mit "wirksamen Katalysatoren", um den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel überall einzuhalten.

Fahrverbotszone in Hamburg | Bildquelle: dpa
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Wegen überhöhter NO2-Werte wurden Fahrverbote für ältere Diesel erlassen - wie hier in Hamburg.

Mit Fahrverboten gegen Schadstoffe

Zu hohe Stickstoffdioxid-Werte sind der Grund für Fahrverbote für ältere Diesel, wie sie in Stuttgart, Hamburg und Darmstadt gelten. In anderen Städten - etwa Berlin - drohen solche Maßnahmen. NO2 in Städten stammt zu einem großen Teil aus Dieselabgasen. Wenn eine Stadt den Grenzwert überschreitet, bedeutet das aber nicht, dass die Luft überall schlecht ist. Es zählt die Messstation mit dem höchsten Jahresmittelwert.

Laut Umweltbundesamt hielten 13 Städte den Grenzwert 2018 ein, nachdem sie ihn 2017 noch überschritten hatten. Dafür lagen nun fünf Kommunen wieder geringfügig über dem Wert: Leipzig, Ulm, Koblenz, Eschweiler und Sindelfingen. Die höchste Belastung hatte demnach Stuttgart mit 71 Mikrogramm vor Darmstadt mit 67 und München mit 66 Mikrogramm.

NO2-Belastung sinkt langsam

Insgesamt setzte sich laut UBA "der langsame Rückgang der NO2-Belastung in den Städten fort". Im Mittel lagen die Werte an Messstationen in der Nähe von Verkehrsadern im Jahresmittel um 1,5 Mikrogramm unter denen des Vorjahres.

Die Behörde kritisierte auch eine zu hohe Belastung mit Feinstaub. Diese sei "ein Risiko für die Gesundheit". Bei Feinstaub war der Grenzwert im vergangenen Jahr zwar nur an einer Messstation überschritten. Der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Wert wurde aber an fast 80 Prozent der bundesweit 374 Kontrollstellen übertroffen - auch in Kleinstädten und ländlichen Gebieten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juni 2019 um 09:00 Uhr.

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