Ein Landwirt pflügt bei Nordhausen sein Feld und wirbelt dabei viel Staub auf. | Bildquelle: dpa

Kabinett zu Dürrehilfen Eine Frage des Ausmaßes

Stand: 22.08.2018 11:09 Uhr

Wie dramatisch sind die Einbußen der Landwirte wegen der Dürre? Das Kabinett entscheidet heute über Hilfen. Der Bauernverband sieht Milliardenschäden, die Grünen warnen vor pauschalen Finanzspritzen.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat vor der Entscheidung über mögliche Dürrehilfen davor gewarnt, den Bauern "pauschal einfach nur mal wieder Geld herüberzureichen". Gezielte Finanzspritzen für die aktuell am heftigsten betroffenen Bauern sollte es zwar geben, diese bewirkten aber keine nachhaltige Lösung, sagte Göring-Eckardt der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Kabinett entscheidet

Eigentlich sind für Hilfsmaßnahmen bei Extremwetterereignissen die Länder zuständig, bei bestimmten Ereignissen kann aber auch der Bund einspringen. Voraussetzung dafür ist, dass Schäden von "nationalem Ausmaß" festgestellt werden.

Agrarministerin Julia Klöckner will heute das Bundeskabinett über die amtliche Erntebilanz informieren. Dann soll auch entschieden werden, ob der Bund erstmals seit 2003 wieder wegen einer Dürre Hilfen leistet.

Die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) berichten, dass der Bund für betroffene Landwirte ein Hilfsprogramm in dreistelliger Millionenhöhe auflegen wolle. Die von den Ländern an den Bund gemeldete bereinigte Schadenssumme liege "unter einer Milliarde Euro" und werde von dem Hilfsprogramm abgedeckt. Geplant sind demnach einerseits direkte Zuschüsse und andererseits Liquiditätsdarlehen. RND beruft sich auf Koalitionskreise, das Bundeslandwirtschaftsministerium wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Joachim Rukwied, Deutscher Bauernverband, zu den Erwartungen der Bauern
Morgenmagazin, 22.08.2018

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Rukwied: "Es ist ein nationales Ereignis."

Der Bauernverband hatte eine Milliarde Euro wegen Ernteausfällen gefordert. Klöckner zeigte sich bisher zurückhaltend und wies immer wieder auf regionale Unterschiede bei den Ernteausfällen hin.

Joachim Rukwied, Präsident des Bauernverbandes, widersprach im ARD-Morgenmagazin. "Die gesamte Bundesrepublik ist betroffen," sagte er. "Wir erwarten Schäden in Milliardenhöhe. Es ist ein nationales Ereignis."

Rukwied erneuerte die Forderungen der Bauern. "Für uns ist entscheidend, dass die Bundeslandwirtschaftsministerin und auch die Bundesländer den Notstand ausrufen, um denjenigen, die Ernteausfälle in der Größenordnung von über 30 Prozent haben, zu helfen", sagte er. "Wir wollen keine Hilfe mit der Gießkanne."

Bei vielen Bauern sei die Stimmung sehr schlecht. "Der Geldbeutel ist leer, das drückt die Stimmung."

Göring-Eckardt fordert Agrarwende

Für Göring-Eckardt zeigt die Situation hingegen, dass eine Agrarwende notwendig sei. EU-Gelder dürften künftig nicht länger nach Fläche, Größe oder Produktionsmasse der Betriebe vergeben werden, sondern müssten gezielt in den ökologischen Umbau der Landwirtschaft fließen.

"In Zukunft muss gelten: Wer nachhaltig Landbau betreibt, der wird unterstützt", sagte Göring-Eckardt.  Nach ihren Worten sind die Landwirte in der Klimakrise "Opfer und Verursacher zugleich". Die gegenwärtigen Ernteeinbußen seien teilweise auch selbstgemacht. Einer der Gründe: "Zu wenig Humus und zu viele Pestizide, die Leben töten, haben die Böden erosionsanfällig gemacht."

Über dieses Thema berichteten am 22. August 2018 das ARD-Morgenmagazin um 08:09 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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