Ein Bauer erntet sein Maisfeld | Bildquelle: AP

Agrarpolitik Bund sagt Bauern Dürrehilfen zu

Stand: 22.08.2018 13:41 Uhr

Die Ernteschäden durch die Dürre haben nach Ansicht des Bundes ein "nationales Ausmaß". Deshalb sollen Landwirte mit insgesamt 340 Millionen Euro unterstützt werden. Der Bauernverband sprach von einem guten Signal.

Landwirte mit starken Einbußen wegen der wochenlangen Dürre in vielen Regionen Deutschlands sollen staatliche Nothilfen von bis zu 340 Millionen Euro bekommen. Angesichts von Ernteschäden "nationalen Ausmaßes" will der Bund 150 bis 170 Millionen Euro geben, wie Agrarministerin Julia Klöckner in Berlin erklärte.

Die Länder sollten ergänzend die Hälfte des Gesamtbetrags tragen. Insgesamt seien nach Länderangaben bundesweit rund 10.000 Betriebe so sehr betroffen, dass sie in ihrer Existenz bedroht seien.

Generelle Schwelle für Hilfen ist, dass in einem Betrieb mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört sind. Die konkreten Verfahren für die Unterstützung wollen der Bund und die betroffenen Länder nun gemeinsam festlegen.

Klöckner: "Müssen schnell reagieren"

Klöckner sagte: "Wir müssen nun schnell reagieren und den existenzgefährdeten Betrieben helfen." Von den Ländern müsse eine Bedürftigkeitsprüfung durchgeführt werden, damit das Geld auch da ankomme, wo es dringend gebraucht werde, fügte sie hinzu.

Besonders betroffen seien auch die viehhaltenden Betriebe, so Klöckner. Hier müsse besonders schnell geholfen werden. Sie habe eine Verordnung auf den Weg gebracht, die ökologische Vorrangflächen freigebe. "Auch die Länder sollten schnell reagieren und die Hilfen an diese Betriebe als erstes auszahlen."

14 Bundesländer haben Interesse an dem Programm angemeldet. Nur das Saarland und Rheinland-Pfalz wollten laut Klöckner die Hilfen bisher nicht in Anspruch nehmen.

Bauernverband: "Gutes Signal"

Der Deutsche Bauernverband begrüßte die Dürrehilfen. Das sei ein "gutes Signal für alle betroffenen Landwirte", erklärte Verbandspräsident Joachim Rukwied. Nun müssten die Bundesländer ihre Verantwortung und ihren Anteil übernehmen. Nötig sei eine "schnelle und unbürokratische Umsetzung der Dürrehilfen".

Massive Hitze und Trockenheit

Massive Trockenheit hat in diesem Jahr vor allem im Norden und Osten teils schwere Ernteausfälle verursacht. Der Bauernverband teilte in seiner Bilanz mit, dass sich bundesweit bei Getreide eine Menge von 35,6 Millionen Tonnen und damit ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ergebe Einbußen bei Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Anbau von Tierfutter kämen hinzu. In einigen Regionen gebe es Ernteverluste zwischen 50 und 70 Prozent bis hin zu Totalausfällen.

Getreideerträge
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Besonders hoch sind die Ernteausfälle bei Landwirten im Norden und Osten.

Bauernpräsident Joachim Rukwied hatte zuvor von einer "miserablen Getreideernte" gesprochen. Daher sei es dringend geboten, dass Bund und Länder ein Hilfsprogramm mit Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe rasch auf den Weg bringen.

Probleme auch bei Viehaltern

Akute Probleme haben viele Viehhalter: Bei ihnen droht das Futter knapp zu werden. Wegen der Dürre ist einmal gemähtes Gras nun vielfach nicht für den sonst üblichen zweiten und dritten Schnitt nachgewachsen. Klöckner hat deswegen bereits Erleichterungen auf den Weg gebracht, damit zusätzliche Flächen zum Gewinnen von Futter genutzt werden können.

Der Bauernverband hatte Unterstützung von bis zu einer Milliarde Euro gefordert. Er setzt darauf, dass Hilfen für Betriebe in Existenznot möglichst noch in diesem Jahr ausgezahlt werden können.

Zuletzt hatte sich der Bund 2003 wegen einer Dürre an Finanzhilfen beteiligt. Damals zahlte er mit acht betroffenen Ländern insgesamt 80 Millionen Euro aus.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau und Deutschlandfunk am 22. August 2018 um 12:00 Uhr.

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