Müller, Schäuble, Steinmeier, Merkel und Voßkuhle (von links) | Bildquelle: dpa

Festakt zum Tag der Einheit "Laut für Grundwerte eintreten"

Stand: 03.10.2018 15:47 Uhr

Eines der zentralen Themen beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit: die aktuellen Gefahren für die Demokratie. Spitzenpolitiker mahnte zur Wachsamkeit. Einhelliges Lob gab es für Leistung der Ostdeutschen.

Eindringliche Appelle zur Verteidigung der demokratischen Grundwerte haben die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit geprägt.

Bundesratspräsident Michael Müller (SPD) sagte beim Festakt in Berlin, es dürfe nicht zugelassen werden, dass eine Minderheit die Deutungshoheit an sich reiße und dabei die Grundwerte missachte. Rassismus dürfe keinen Platz haben: "In unserem Land muss niemand, um Kritik zu äußern, mit Rechtspopulisten und -extremisten mitlaufen", betonte der Regierende Bürgermeister Berlins. Es sei Zeit, "offen und laut für unsere Grundwerte" einzutreten.

Auch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) rief dazu auf, wachsam zu bleiben gegenüber Versuchen, sich aus der historischen Verantwortung zu stehlen oder die Demokratie in Frage zu stellen. Der Erfolg des Landes gründe auf Gewaltverzicht und gegenseitigem Respekt. An Populisten gerichtet fügte er unter großem Beifall hinzu: "Niemand hat das Recht zu behaupten, er allein vertrete 'das Volk'."

Lob für die Ostdeutschen

Wie Schäuble und Müller stellte auch Bundeskanzlerin Merkel den Beitrag der Menschen vor allem im Osten des Landes für die deutsche Einheit heraus. Dabei sei klar, dass die deutsche Einheit "ein Prozess ist". Merkel sprach von einem "langen Weg, der immer wieder herausfordert zuzuhören, aufeinander zuzugehen, nicht nachzulassen".

Müller erinnerte daran, dass die Zeit nach der Wende für viele Menschen einen immensen Umbruch mit weitreichenden Konsequenzen bedeutet habe. "In dieser Zeit entstanden auch Wunden", räumte Müller ein. "Wir wissen, was Sie geleistet haben", sagte er an die Betroffenen gerichtet.

Schäuble blickte darauf zurück, dass nicht nur die deutsche Teilung, sondern auch die Einheitsjahre Spuren hinterlassen hätten. Dazu gehörten erfüllte Träume ebenso wie erlittene Enttäuschungen, etwa durch Arbeitsplatzverlust.

tagesschau vom 3.10.1990
3. Oktober 1990

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Festakt, Bürgerfest und Demonstrationen

Die zentralen Feierlichkeiten zum 28. Jahrestag der Deutschen Einheit hatten mit einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom begonnen. Daran und am anschließenden Festakt in der Staatsoper nahmen zahlreiche Spitzenvertretern der Verfassungsorgane teil.

Bereits seit Montag wurde zudem im Berliner Regierungsviertel ein dreitägiges Bürgerfest gefeiert. Dazu wurden bis zum Abschluss am Abend bis zu eine Million Besucher erwartet.

Angemeldet waren für Mittwoch in Berlin-Mitte auch zahlreiche Demonstrationen. Mehrere Kundgebungen richten sich gegen einen Aufzug einer rechtspopulistischen Vereinigung.

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