Bischof Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), spricht während der Jahrestagung der EKD-Synode. | Bildquelle: dpa

EKD-Synode Warnung vor "Sirenengesang" der Populisten

Stand: 11.11.2018 14:34 Uhr

Zum Auftakt der Evangelischen Kirchensynode warnt Ratsvorsitzender Bedford-Strohm vor dem Nationalismus: Christen müssten seiner Ausbreitung und dem Antisemitismus als Demokraten entgegentreten.

Von Matthias Morgenroth, BR

Die Kirchen habe eine zentrale Aufgabe: Erinnern - Erinnerung an Leid und an Visionen des Friedens. Das hob EKD-Ratsvorsitzener Heinrich Bedford-Strohm gleich am Anfang seines Ratsberichts an diesem Wochenende hervor, das von Erinnerungen geprägt ist. 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs warnte er vor neuen Nationalismen:

"Heimat und Identität durch Abwertung und Ausgrenzung der anderen. Make yourself great again! Mach Dich groß, indem du die anderen klein machst. Das ist der Sirenengesang der Populisten, der aus so vielen Ecken dieser Welt mit voller Lautstärke auf uns eindringt."

Evangelische Kirche sagt umfassende Klärung von Missbrauchsfällen zu
tagesschau 17:10 Uhr, 11.11.2018

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Warnung vor "Narrativen der Angst"

Heinrich Bedford-Strohm mahnt zum Auftakt der diesjährigen Tagung der EKD-Synode in Würzburg, den "Dunklen Narrativen" der Angst andere Erzählungen entgegenzustellen.

"Wir lassen nicht zu, dass das Holocaustmahnmal als 'Denkmal der Schande' bezeichnet und eine 'erinnerungspolitische Wende um 180 Grad' gefordert wird oder die Verbrechen der Nationalsozialisten als 'Vogelschiss der Geschichte' bezeichnet werden", betonte er. "Die regelmäßige nachträgliche Relativierung solcher Entgleisungen durch die Spitzenvertreter, von denen sie kommen, ändert nichts an dem Denken, das dahintersteht."

Wer Parteien wähle, die sich solcher Reden schuldig machten, müsse wissen, dass er genau diesem gefährlichen Denken dadurch Legitimation verleihe. Sie seien der "Nährboden für rechte Wirrköpfe oder zynische antisemitische Ideologen", die auch vor Gewalt gegen Juden nicht zurückschreckten. "Dem Widerstand entgegenzusetzen, ist die Aufgabe aller Demokratinnen und Demokraten in Deutschland", forderte Bedford-Strohm. "Und wir als Christen sollten dabei in der ersten Reihe stehen!"

Familienministerin Franziska Giffey schaut mit dem bayerischen Kultusminister Bernd Sibler in ein Gesangsbuch während der Jahrestagung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). | Bildquelle: dpa
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Familienministerin Franziska Giffey schaut mit dem bayerischen Kultusminister Bernd Sibler in ein Gesangsbuch während der Jahrestagung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

 Giffey fordert Aufklärung von Missbrauch

Schwerpunktmäßig soll es bis Mittwoch bei der Tagung des evangelischen Kirchenparlaments um den Dialog mit jungen Menschen gehen - und auch um sexuellen Missbrauch in der evangelischen Kirche. Bisher gibt es noch keine Dokumentation dazu.

In einem Grußwort sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, es liege nicht nur an Zeit- oder Interessensmangel, dass sich weniger Jugendliche in der Kirche engagieren, sondern auch an großer Verunsicherung.

"Menschen, die Kinder missbrauchen und sie damit für ihr Leben schädigen, haben in keinem Amt der Kirche mehr was zu suchen, das ist meine Überzeugung", sagte sie und erhielt Applaus. "Das ist die wesentliche Voraussetzung und Grundlage dafür, dass wir das alle durchsetzen können, was wir alle wollen: Vertrauen schaffen und bestätigen."

Kirche habe jungen Menschen viel wichtiges zu geben, aber der Missbrauch in der Kirche müsse aufgeklärt werden, sagte Giffey.

 Bitte um Vergebung bei Betroffenen

Dabei legt der EKD-Ratsvorsitzende allerdings Wert auf die Feststellung, dass Missbrauch in der evangelischen Kirche nicht dieselben Dimensionen habe wie in der katholischen Kirche: Dort gebe es systemische Besonderheiten.

Aber auch die evanglische Kirche müsse an Aufarbeitung und Prävention arbeiten: "Wir sind - ganz gleich ob evangelisch oder katholisch oder orthodox oder freikirchlich - als Kirche eine Institution, die sich auf Jesus Christus bezieht, denjenigen, der für radikale Liebe steht. Wenn im Rahmen dieser Institution Handlungen passieren, die das Leben von Menschen zerstören, dann wird mit Füßen getreten, wofür wir stehen", sagte Bedford-Strohm.

Er bitte alle Menschen, denen solches Leid im Raum der evangelischen Kirche widerfahren sei, im Rahmen des Rates der EKD um Vergebung.

Die evangelische Kirche in Deutschland hatte im Sommer ein weiteres Maßnahmenpaket beschlossen und ein Gremium eingesetzt, um deutschlandweit Missbrauchsfälle zu sammeln. Erste Ergebnisse werden übermorgen vorgestellt werden.

EKD-Synode hat begonnen
Matthias Morgenroth, BR
11.11.2018 14:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. November 2018 um 15:00 Uhr.

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