Ein Kind steht mit seinen Eltern auf einem Spielplatz.  | Bildquelle: dpa

Kabinett zum Elterngeld Neue Einkommensgrenze und "Frühchen-Monat"

Stand: 16.09.2020 11:35 Uhr

Neue Einkommensgrenzen, ein "Frühchen-Monat" und die Förderung von Teilzeit-Arbeit: Das Bundeskabinett hat eine Reform des Elterngeldes beschlossen. Das Ziel: Partnerschaftlichkeit zwischen den Eltern fördern.

Das Bundeskabinett hat eine Reform des Elterngeldes beschlossen. Die Änderungen betreffen Eltern mit hohem Einkommen, Mütter und Väter, die während des Bezugs von Elterngeld in Teilzeit arbeiten und die Eltern von zu früh geborenen Kindern.

Für den Bezug von Elterngeld sollen neue Einkommensgrenzen festgelegt werden: Mütter und Väter, die gemeinsam über ein Einkommen von mehr als 300.000 Euro verfügen, bekommen den Plänen der Bundesregierung zufolge künftig kein Elterngeld mehr. Bislang liegt die Grenze bei 500.000 Euro.

Elterngeld bekommen Mütter und Väter, die nach der Geburt des Kindes nicht oder vorerst nur wenig arbeiten. Der Staat unterstützt das mit mindestens 300 Euro und maximal 1800 Euro im Monat - abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes. Das Elterngeld wird maximal 14 Monate lang gezahlt, wenn sich beide Elternteile an der Betreuung beteiligen. Die Zahlungsdauer kann auch weiter gestreckt werden - mit dem sogenannten ElterngeldPlus. Bei diesem Modell sind die monatlichen Zahlungen entsprechend kleiner.

"Mehr Partnerschaftlichkeit"

Mütter oder Väter, die Elterngeld beziehen, aber schon wieder in Teilzeit arbeiten, sollen künftig 32 Stunden statt wie bisher 30 Stunden pro Woche arbeiten dürfen, ohne ihren Elterngeldanspruch zu verlieren. So wird beispielsweise eine Vier-Tage-Woche möglich. Zudem soll es Verbesserungen beim sogenannten Partnerschaftsbonus geben, wenn beide Elternteile in Teilzeit arbeiten.

Die Reform soll mehr Partnerschaftlichkeit zwischen Müttern und Vätern ermöglichen, wie Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) auf Instagram mitteilte.

Neuer "Frühchen-Monat"

Neu eingeführt werden soll ein sogenannter "Frühchen-Monat": Wird ein Kind sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin oder früher geboren, sollen Eltern künftig einen zusätzlichen Monat Elterngeld erhalten. Dies soll den Betroffenen die Gelegenheit geben, "mögliche Entwicklungsverzögerungen ihres Kindes besser auffangen zu können", wie es im ursprünglichen Gesetzentwurf hieß, der bereits im Februar bekannt geworden war.

Die Neuregelungen beim Elterngeld sollen 2021 in Kraft treten. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen.

In seiner Sitzung brachte das Kabinett außerdem eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes in der Corona-Krise auf den Weg. Künftig soll bis zu 24 Monate statt wie bislang zwölf Monate Lohnersatz gezahlt werden.

Elterngeld soll flexibler und einfacher werden
Kilian Pfeffer, ARD Berlin
16.09.2020 21:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. September 2020 um 12:36 Uhr.

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