Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (Archiv) | Bildquelle: dpa

Entwicklungsminister in Moskau "Russland muss mit ins Boot"

Stand: 23.04.2019 02:02 Uhr

Entwicklungsminister Müller will mit Russland enger kooperieren - bei den Themen Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung und Welternährung. Russland habe nun angekündigt, das Pariser Klimaabkommen zu ratifizieren.

Von Nina Barth, ARD-Hauptstadtstudio Berlin, z.Zt. Moskau

Es sind drei große Brocken, die Entwicklungsminister Gerd Müller in Russland angehen will: den Internationale Klimaschutz, die nachhaltige Entwicklung und die Sicherung der Welternährung. Alles Punkte, in denen sich Russland bisher nicht gerade hervorgetan hat.

Aber Müller sagt, genau darum gehe es, das größte Land der Welt müsse mit ins Boot. Die Herausforderung der Welternährung oder die Überlebensfrage des Klimaschutzes könne man nur gemeinsam lösen.

Das erste Treffen seiner Reise lief schon mal gut, sagt Müller. Denn der russische Vize-Ministerpräsidenten Gordejew habe angekündigt, dass Russland vorhabe, noch in diesem Jahr den Pariser Klimaschutzvertrag zu ratifizieren.

Es habe bisher zwar Signale in die Richtung gegeben, aber "heute kam ein klares, 'Ja, wir ratifizieren. Wir haben einen klaren Zeitplan. Und wir haben klare Vorgaben der Minimierung'", so Müller. Laut Gordejew will Russland auf 75 Prozent des Ausstoßes von 1990 in den nächsten Jahren bis 2025 kommen. Bisher nur eine Ankündigung, aber eine, die den Minister hoffen lässt.

Vertiefte Zusammenarbeit beim Klima- und Umweltschutz

Außerdem wollen Deutschland und Russland ihre Zusammenarbeit auf dem Gebiet Klima- und Umweltschutz vertiefen, so Müller. Es sei vereinbart worden, eine Arbeitsgruppe einzurichten: "In der wollen wir nicht nur die Ministerien zusammenbringen, sondern auch Wissenschaftler und Praktiker, um das Thema Klimaschutz konkret anzugehen."

So gehe es beispielsweise um die Fragen Aufforstung, Artenschutz und die Vorbereitung der großen Biodiversitätskonferenz im nächsten Jahr in China, sagt der Emtwicklungsminister. "Und ich möchte das auch in die Breite bringen. Russland hat starkes Interesse an unserer Technologie im Bereich Abfallbewirtschaftung, Kreislaufwirtschaft, Recyclingwirtschaft."

Regierungsflieger mit neuerlicher Panne

Bisher ist Müller mit seinen Gesprächen in Moskau zufrieden. Was man von der Planung seiner Reise im Vorfeld nicht behaupten kann. Denn Müller war - wieder einmal - von einer Panne eines Regierungsfliegers betroffen.

Eigentlich hätte Müller mit der Maschine nach Russland fliegen sollen, die in der vergangenen Woche in Berlin-Schönefeld die Panne hatte, und notlanden musste. Eine Ersatzmaschine bekam der Entwicklungsminister nicht:

"Es ist unsäglich. Ich bin auf Linie umgestiegen. Und man muss sich auch die Frage stellen, ob man überhaupt noch sicher ist in so einem Flugzeug. Aber Linie macht halt vieles schwieriger und kostet mehr Zeit."

Und deshalb musste Müller den eigentlich geplanten Besuch in Wolgograd streichen. Stattdessen besucht er nach weiteren Treffen in Moskau jetzt nur noch das rund 500 Kilometer südliche gelegene Woronesch.

Wie der Entwicklungsminister in Russland für den Klimaschutz kämpfen will
Nina Barth, ARD Berlin
23.04.2019 06:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. April 2019 um 06:22 Uhr.

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