Attila Hildmann bei einer Kundgebung in Berlin | Bildquelle: OMER MESSINGER/EPA-EFE/Shutterst

Verdacht auf Volksverhetzung Polizei ermittelt gegen Hildmann

Stand: 20.07.2020 15:40 Uhr

Kochbuchautor Attila Hildmann fiel zuletzt vor allem als aggressiver Verschwörungsideologe auf. Mehrmals bedrohte er den Grünen-Politiker Beck. Jetzt wird gegen ihn ermittelt  - unter anderem wegen Volksverhetzung. 

Das Landeskriminalamt Berlin ermittelt gegen den Verschwörungsideologen Attila Hildmann. Wegen Vorgängen bei einer Versammlung in Berlin am vergangenen Samstag sei von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Verharmlosung des Holocaust eingeleitet worden, so ein Sprecher der Polizei.

Auch die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt gegen Hildmann. Bei der für Internetkriminalität zuständigen Schwerpunktstaatsanwaltschaft liege inzwischen eine Vielzahl von Anzeigen und Hinweisen vor, so ein Sprecher. Es gehe um dessen Kommentare im Internet seit Beginn der Corona-Beschränkungen. Die brandenburgischen Strafverfolgungsbehörden sind in diesem Fall für Ermittlungen zuständig, weil Hildmann seinen Wohnsitz in Brandenburg hat.

Mordrohungen gegen Grünen-Politiker Beck

Hildmann, der als Autor veganer Kochbücher bekannt wurde, tat sich in der Corona-Krise vor allem als Verschwörungsideologe hervor. Bei Veranstaltungen in Berlin gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kam es immer wieder zu rechtsextremen Äußerungen und zuletzt auch Mordrohungen.

Der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck erstattete Anzeige gegen Hildmann, nachdem dieser vor etwa 200 Anhängern in Berlin gesagt hatte: "Wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertretet auf einem öffentlichen Platz". In einem im Netz verbreiteten Video ist zu hören und zu sehen, wie das Publikum ihm lautstark zustimmt. Ähnliche Drohungen hatte Hildmann bereits zuvor bei Telegram verbreitet.

Attila Hildmann posiert bei einer Kundgebung mit einer Fahne des Deutschen Reiches. | Bildquelle: REUTERS
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Hildmann posierte bei der Veranstaltung in Berlin mit einer Fahne des Deutschen Reiches.

Antisemitische Äußerungen

In Hildmanns Kanal bei dem Messenger-Dienst war zudem immer wieder von einem geplanten Völkermord durch Impfungen gegen das Coronavirus und von einem "zionistischen Regime unter Merkel" und Bill Gates die Rede.

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hatte zuletzt judenfeindliche Äußerungen im Rahmen von Corona-Protesten kritisiert und sich dabei auch auf Hildmann mit seiner "großen Anhängerschaft" bezogen. Die Ablehnung staatlicher Beschränkungen würde mit den "absurdesten Erzählungen" und antisemitischen Anspielungen verbunden, sagte Klein vergangene Woche bei der Vorstellung eines Netzwerks gegen Antisemitismus.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Juli 2020 um 13:45 Uhr.

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