Polizist neben einem Streifenwagen mit Blaulicht

Bundesweite Razzien Festnahmen nach Missbrauchsverdacht

Stand: 05.06.2020 16:10 Uhr

Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs: Nach bundesweiten Razzien hat die Polizei mehrere Tatverdächtige festgenommen. Erneut führt eine Spur offenbar nach Nordrhein-Westfalen.

Die Polizei hat nach Ermittlungen zu schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern in mehreren Bundesländern Tatverdächtige festgenommen. Dabei habe es es in Brandenburg, Niedersachsen und Hessen Durchsuchungen gegeben, so die Polizei Münster, die die Ermittlungen leitet. Über die Hintergründe wollen Staatsanwaltschaft und Polizei Münster am Samstag informieren.

Am Morgen hatte die Polizei im brandenburgischen Finowfurt ein Wohnhaus und einen Kleingarten durchsucht. Bei dem Einsatz sei es um Kinderpornografie gegangen, teilte eine Sprecherin der Polizei in Frankfurt (Oder) mit. Die Aktion sei von Beamten aus Nordrhein-Westfalen geplant und durchgeführt worden. Nach rbb-Angaben wurde ein Mann festgenommen. Ausgangspunkt sind Ermittlungsverfahren gegen Tatverdächtige in Nordrhein-Westfalen.

Mehrere Fälle in NRW

Ob es einen Zusammenhang mit den jüngsten Fälle in Nordrhein-Westfalen gibt, ist unklar. NRW ist seit Anfang 2019 mit mehreren Fällen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in die Schlagzeilen geraten. Zuerst war der Fall Lügde bekannt geworden. Auf einem Campingplatz im Kreis Lippe waren Kinder hundertfach von mehreren Männern über Jahre schwer sexuell missbraucht worden. Ermittlungen zu einem bundesweiten Kinderpornografie-Tauschring hatten im Oktober 2019 in Bergisch Gladbach bei Köln begonnen und erstrecken sich mittlerweile auf sämtliche Bundesländer. Allein in NRW wird gegen mehr als 20 Verdächtige ermittelt.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte nach dem Fall Lügde das Thema Kindesmissbrauch zur Chefsache erklärt. Er stattete die Behörden landesweit mit mehr Personal aus und professionalisierte die technische Ausstattung für die Auswertung von Fotos und Videos mit kinderpornografischem Material. Die Zahl der Strafanzeigen bei Kinderpornografie stieg bis November 2019 um 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, bei Kindesmissbrauch um 18 Prozent.

Über dieses Thema berichtete WDR5 Aktuell am 05. Juni 2020 um 17:05 Uhr.

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