Fotografie von Ren Hang | Bildquelle: © Ren Hang . Courtesy Estate of

Fotokunst in Berlin Spielen mit Erotik - ohne Rücksicht auf Zensur

Stand: 06.12.2019 12:17 Uhr

Sie erzählen von Sehnsüchten, Ängsten und der Einsamkeit einer jungen Generation in China: die Fotos des Künstlers Ren Hang. In Berlin zeigt eine Ausstellung nun seine Werke.

Von Axel Dorloff, ARD-Studio Peking

Der chinesische Fotograf und Lyriker Ren Hang zählt mit seinen Arbeiten zu den wichtigsten zeitgenössischen Fotografen in China. Sein Werkzeug war zumeist eine einfache Kompakt-Kamera, Nacktheit spielt in seinem Werk eine zentrale Rolle. Die analogen Fotografien erzählen über körperliche und seelische Zustände einer jungen Generation in China. 2017 hat sich der damals 29-jährige Künstler das Leben genommen.

Jetzt zeigt C/O Berlin mit "Love, Ren Hang" eine umfassende Retrospektive mit mehr als 150 Arbeiten. Am Freitag Abend wird die Ausstellung eröffnet. Akrobatische Posen von nackten, jungen Menschen. Eine weiße Taube oder fliegende Schmetterlinge als Requisiten. Das Spielen mit Erotik, ohne dabei pornografisch zu sein.

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Psychologie einer ganzen Generation

Er arbeitete mit Tabus
 
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Psychologie einer ganzen Generation
 

Er arbeitete mit Tabus

Ausstellungen geschlossen, Fotografien bespuckt
 
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Er arbeitete mit Tabus
 

Ausstellungen geschlossen, Fotografien bespuckt

Depressionen thematisiert
 

In China hat die Polizei seine Ausstellungen manchmal nach wenigen Tagen geschlossen. Oder seine Fotografien waren bespuckt, wenn Ren Hang sie nach einer Ausstellung abgeholt hat. Er wurde auch mal von der Polizei mitgenommen.

Aber es ging ihm nicht um oberflächliche Kritik, sagt Kuratorin Yuling Zhang. "Ich glaube, dass er selbst keine eindeutige Intention hatte, zu kritisieren. Weder die Gesellschaft, noch die Generation, mit der er gearbeitet hat oder ihre Psyche. Aber ehrlich sein oder genau sein, das kann in manchen Kulturen oder sozialen Verhältnissen eine sehr starke, kritische Haltung ausdrücken."

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Ausstellungen geschlossen, Fotografien bespuckt
 

Depressionen thematisiert

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 06. Dezember 2019 um 06:42 Uhr.

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