Ein liebes Gedenken" steht auf dem Gebinde vom Trauerkranz auf einem Friedhof. | Bildquelle: picture alliance/dpa

Für Opfer der Pandemie Bundesregierung plant Corona-Gedenken

Stand: 18.12.2020 10:24 Uhr

"Ein Zeichen, dass die Verstorbenen nicht vergessen sind": Die Bundesregierung plant offenbar eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Corona-Pandemie. Wie diese genau aussehen soll, steht aber noch nicht fest.

Die Bundesregierung hat sich für eine Gedenkveranstaltung für Opfer und Betroffene der Corona-Pandemie ausgesprochen. Diese sei der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen, sagte ein Regierungsprecher den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es gehe darum, "ein Zeichen zu setzen, dass die Verstorbenen nicht vergessen sind und das Leid der Betroffenen gewürdigt wird".

Angedacht sei bisher etwa die Ausrichtung einer zentralen Gedenkveranstaltung. Wegen der derzeitigen Pandemielage sei allerdings noch nicht mit einer konkreten Planung begonnen worden, so der Sprecher weiter.

Klöckner hält Gedenktag für "gute Idee"

Auch CDU-Bundesvize Julia Klöckner sprach sich für einen Corona-Gedenktag aus. Sie halte das für eine gute Idee, sagte die Bundeslandwirtschaftsministerin RTL/ntv. "Wie man es ausgestaltet, das wird man dann sehen."

Die Corona-Strategie der Bundesregierung nannte sie "besonnen". Es sei immer eine "Gratwanderung", bei der die Akzeptanz der Menschen und Medien eine wichtige Rolle spiele. "Wenn wir vor einem halben Jahr gesagt hätten, dass wir vor Weihnachten die Geschäfte schließen werden, dann hätte die größte Mehrheit der Bevölkerung, glaube ich, dafür kein Verständnis gehabt und Journalisten wahrscheinlich auch nicht", sagte Klöckner.

Auch Spahn und Steinmeier für Veranstaltungen

Im September hatten sich bereits Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Debatte zu Wort gemeldet. Steinmeier brachte eine Gedenkstunde für die Corona-Opfer ins Gespräch. "Wir müssen den Menschen in ihrer Trauer helfen und darüber nachdenken, wie wir unser Mitgefühl ausdrücken können", so Steinmeier in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte sich sogar einen Staatsakt vorstellen. Der "Bild" hatte er gesagt, dieser sei nicht ausschließlich für die Corona-Toten, sondern auch für alle diejenigen, die in der Pandemie besondere Härten des Alltags erfahren mussten.

Die Zahl der täglichen Todesfälle nahm zuletzt zu, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Bisher zählt das Robert Koch-Institut 24.938 Menschen, die in Deutschland an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Corona-Infektion gestorben sind.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. Dezember 2020 um 10:06 Uhr.

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