Update für Corona-Warn-App Im Restaurant einchecken per QR-Code

Stand: 21.04.2021 10:59 Uhr

Die Corona-Warn-App hat eine neue Funktion: Ohne persönliche Daten anzugeben, können sich Gäste in Restaurants registrieren. Bei einem Corona-Fall können Betroffene später anonym andere informieren.

Von Eva Lamby-Schmitt, ARD-Hauptstadtstudio

Ab heute gibt es wieder eine neue Funktion für die Corona-Warn-App: Den sogenannten Check-In für Restaurantbesuche oder Veranstaltungen. Mit einem QR-Code können sich Nutzer zum Beispiel in der Gaststätte registrieren, erklärt Ulrike Demmer, stellvertretende Regierungssprecherin.

Der Vorteil sei, dass Menschen über die App dann gewarnt werden können, die zwar nicht lang genug oder nicht nah genug bei einem Infizierten standen, bei denen aber aufgrund der Aerosolübertragung trotzdem eventuell eine erhöhte Infektionsgefahr besteht.

"Schnelles Warnsystem"

Dabei geht es vor allem um risikoreiche Begegnungen in Innenräumen, die auf diese Weise erkannt werden sollen. Anders als bei privaten Anbietern wie der Luca-App müssen keine persönlichen Daten angegeben werden wie Name oder Telefonnummer. Nur der Ort der Veranstaltung, die Dauer des Aufenthalts und die Art der Veranstaltung werden gespeichert.

Ein schnelles Warnsystem, meint der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber. Er lobt vor allem die Cluster-Erkennung. Sie würde deshalb etwas bringen, weil sie dezentral nur auf jenen Geräten funktioniert, über die zuvor der Check-In für den Restaurantbesuch ablief. Ein Infizierter könnte die anderen Gäste in Sekunden warnen, ohne zuvor das Gesundheitsamt zwischen zu schalten. Es würden dann nicht wie bisher 24 oder gar 72 Stunden vergehen.

"In der Debatte spät dran"

Die Apps privater Anbieter zur Kontaktnachverfolgung hätten dagegen einen anderen Zweck. Sie leiten die persönlichen Kontaktdaten digital an die Gesundheitsämter weiter, um so deren Arbeit zu erleichtern. Die Landesverordnungen in den einzelnen Bundesländern schreiben vor, dass die Daten von Personen in Restaurants, Geschäften und auf Veranstaltungen erfasst werden müssen.

Das kann die Corona-Warn-App nicht. Der Digitalexperte Henning Tillmann hält das aus Datenschutzgründen für richtig. "Die Corona-Warn-App hat sich immer dadurch ausgezeichnet, dass sie anonym funktioniert." Die Leute würden nicht verstehen, wenn die Funktion des Check-Ins Daten erfordern würde, das Warnen als Hauptfunktion aber anonym wäre.

Anonym zu bleiben, sei deshalb sinnvoll. Auch dass die App weiterentwickelt wurde, wenn auch etwas spät. In der politischen Argumentation sei es besser gewesen, wenn diese Funktion schon im Herbst verfügbar gewesen wäre, sagt Tillmann. Nun seien bereits andere Apps erschienen, die eben auch Personendaten erfassen. "Man ist da in der ganzen Debatte etwas spät dran."

Impfpass soll integriert werden

Eine Ergänzung zu den privaten Apps sei die Corona-Warn-App aber allemal, sagt Regierungssprecherin Ulrike Demmer. 67.000 Menschen hätten in den vergangenen vier Wochen eine Warnung in der App abgegeben. Die neue Version mit der Check-In Funktion kann ab heute heruntergeladen werden. Es dauere allerdings 48 Stunden, bis sie auf allen Endgeräten freigeschaltet ist.

Außerdem soll es bald noch zwei weitere neue Funktionen geben. Bis Ende April sollen nicht nur PCR-Tests, sondern auch die Ergebnisse von Schnelltests in der App angezeigt werden. Und ein digitaler Impfpass soll vor Beginn der Sommerferien in die App integriert werden.  

Corona-Warn-App mit neuer Funktion
Eva Lamby-Schmitt, ARD Berlin
21.04.2021 09:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. April 2021 um 06:31 Uhr, 07:02 Uhr und 09:45 Uhr.

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