Bundesfamilienministerin Franziska Giffey | Bildquelle: AP

Nach Doktortitel-Entscheidung Giffey will nicht SPD-Vorsitzende werden

Stand: 31.10.2019 12:14 Uhr

Die Prüfung des umstrittenen Doktortitels von Bundesfamilienministerin Giffey ist beendet - zu ihren Gunsten. Doch das ändert bei der SPD-Politikerin nichts an ihrer Entscheidung: SPD-Vorsitzende will sie nicht werden.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey strebt auch nach der Entscheidung zu ihrer Doktorarbeit nicht den Bundesvorsitz der Sozialdemokraten an. Sie habe sich bewusst entschieden, nicht in das laufende Verfahren zur Findung einer neuen Parteispitze einzusteigen, sagte sie. Dabei werde sie nun auch bleiben. Sie wolle sich mit voller Kraft ihrer Aufgabe als Ministerin widmen.

Das Universitätspräsidium der Freien Universität Berlin hatte am Mittwoch verkündet, Giffey nicht ihren umstrittenen Doktortitel abzuerkennen. Stattdessen wurde ihr - "aus Gründen der Verhältnismäßigkeit" - eine Rüge erteilt. "Trotz der festgestellten Mängel" handele es sich um eine "eigenständige wissenschaftliche Leistung".

Keine Kandidatur wegen Prüfverfahrens

Wegen des Prüfverfahrens um den Doktortitel hatte Giffey im August eine mögliche Kandidatur für den SPD-Parteivorsitz abgelehnt - obwohl die Partei damals händeringend Kandidaten dafür suchte. Sie wolle "nicht zulassen", dass die Prüfung ihres Doktortitels "den Prozess der personellen Neuaufstellung der SPD überschattet oder gar belastet", schrieb sie damals. Zugleich hatte sie mitgeteilt, bei einer Aberkennung des Doktortitels als Ministerin zurückzutreten.

Die SPD-Politikerin ist bei vielen Parteimitgliedern und darüber hinaus beliebt - insbesondere wegen ihrer Bürgernähe.

Kritik an langem Prüfverfahren

Entsprechend verärgert zeigt sich nun manch ein SPD-Politiker über das langwierige Prüfverfahren an der Freien Universität Berlin, das neun Monate dauerte. "Die Dauer des Verfahrens der Freien Universität Berlin war unerträglich", sagte der SPD-Politiker Johannes Kahrs den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Es wäre wünschenswert, wenn die FU "über ihre Verantwortung nachdenkt".

Zugleich betonte Kahrs, dass er über die Entscheidung der Universität "begeistert" sei. "Ich bin ein großer Fan von Franziska Giffey", fügte er hinzu. Auch SPD-Vize Ralf Stegner äußerte sich zufrieden: "Ich freue mich für unsere Familienministerin, dass diese leidige Angelegenheit endlich ausgestanden ist."

Giffey will auch jetzt nicht SPD-Chefin werden
Michael Weidemann, ARD Berlin
31.10.2019 13:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. Oktober 2019 um 12:00 Uhr.

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