Tschechien und Tirol Deutschland verlängert Grenzkontrollen

Stand: 17.03.2021 16:00 Uhr

Zum Schutz vor hochansteckenden Virus-Mutanten hatte die Bundesregierung Mitte Februar Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Tirol eingeführt. Diese sollen nun um zwei Wochen verlängert werden - trotz heftiger Kritik aus Österreich.

Deutschland verlängert seine stationären Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien sowie zum österreichischen Bundesland Tirol um zwei Wochen. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit.

Innenminister Horst Seehofer sagte dem "Münchner Merkur": "Wir haben die Hoffnung, dass wir die Kontrollen zu Österreich etwas früher beenden können, vielleicht sogar noch im Laufe des März." Dazu werde man die Maßnahmen zum Infektionsschutz und zur Eindämmung des mutierten Virus in Tirol genau beobachten.

"Ungerechtfertigte Schikane"

Aus Tirol kam umgehend scharfe Kritik. Die Maßnahme sei durch nichts zu rechtfertigen, sagte Landeschef Günther Platter. Der Anteil der Südafrika-Variante an allen Corona-Infektionen in Tirol liege nur noch bei 3,5 Prozent, so der ÖVP-Politiker. Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn habe selbst eingeräumt, dass der Anteil der Südafrika-Mutation im Saarland bereits über 15 Prozent betrage und damit vier Mal so hoch sei wie in Tirol.

"Trotzdem wird Tirol bewusst an den Pranger gestellt, während man in Deutschland auch weiterhin auf strenge Kontrollmaßnahmen zur direkt angrenzenden französischen Region Moselle verzichtet", sagte Platter. Er setze darauf, dass die EU-Kommission und die österreichische Bundesregierung ein Ende dieser "ungerechtfertigten Schikane" gegen Tirol erwirkten.

Ausnahmen für Lkw-Fahrer und bestimmte Pendler

Deutschland hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols Mitte Februar zu sogenannten Viruvariantengebieten erklärt. Von dort sowie aus anderen Gebieten, in denen ansteckendere und ersten Studien zufolge häufiger schwere Verläufe verursachende Varianten des Coronavirus stark verbreitet sind, dürfen derzeit nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen.

Ausnahmen gelten etwa für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Kabinett spricht über Oster-Reiseverkehr

Im Hinblick auf die nahenden Osterferien sagte Seehofer, das Bundeskabinett habe nun besprochen, "wie wir jetzt mit den vielen, vielen Urlaubern umgehen". Der zu erwartende Reiseverkehr über Ostern sei eine große Herausforderung. Die Bundesregierung hatte am Dienstag dazu aufgerufen, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

AfD-Fraktionschef Alexander Gauland kritisierte das Vorgehen der Bundesregierung: "Urlaub im eigenen Land verbieten, aber nach Mallorca freigeben und dann den Bürgern sagen, dass sie trotzdem nicht hinfliegen sollen - das ist rational nicht nachvollziehbar", sagte er.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. März 2021 um 16:00 Uhr.

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