Sieversdorf in Brandenburg | Bildquelle: ZB

Bevölkerungsstudie Raus aufs Land

Stand: 28.05.2020 12:29 Uhr

Immer mehr Großstädter wandern ins Umland ab - mehr Menschen, als umgekehrt vom Land in die Großstadt ziehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie. Ein Ende des Großstadt-Booms ist demnach aber nicht in Sicht.

Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern verlieren zunehmend Einwohner an die umliegenden Kreise. Mittlerweile wandern mehr Städter ins Umland ab, als von dort in die Metropolen ziehen. Das besagt eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BIB).

Demnach verlangsamte sich der Zuzug aus umliegenden Gemeinden schon seit 2012. 2014 kam es dann zur Trendumkehr: Mehr Menschen gingen aus der Stadt weg als hinzu kamen.

Hohe Mieten, wenig Wohnungen

Gründe für die Stadtflucht seien die steigenden Immobilienpreise in den Großstädten und das knappe Angebot an Wohnraum. In angrenzenden Landkreisen lockten hingegen niedrige Bauzinsen und gute Verkehrsanbindungen.

Ein Ende des Wachstums der Großstädte ist den Statistikern zufolge aber nicht in Sicht: Vor allem jungen Menschen und Migranten aus dem Ausland zieht es in die Metropolen.

Nur stadtnahe Kreise profitieren

Das BIB nennt die neue Phase "Suburbanisierung" - also ein Trend hin zum Leben in Vororten. Davon profitierten aber in erster Linie Landkreise in der Nähe von Ballungszentren, abgelegeneren Regionen nütze es kaum.

Bei der Studie wurden den Verfassern zufolge aus methodischen Gründen nur deutsche Staatsbürger gezählt. Der starke Zuzug von Migranten während der Flüchtlingskrise 2015/16 hätte den Angaben nach zu statistischen Verzerrungen geführt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Mai 2020 um 12:00 Uhr.

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