Gedenken an die Opfer der Gewalttat in Hanau  | Bildquelle: REUTERS

Anschlag in Hanau Entsetzen, Schock und Trauer

Stand: 20.02.2020 19:41 Uhr

Das mutmaßlich rechtsradikale und rassistische Attentat von Hanau erschüttert Deutschland. Ein Mann tötete zehn Menschen und sich selbst. "Hass ist ein Gift in unserer Gesellschaft", sagte Kanzlerin Merkel.

Der Attentäter von Hanau hat neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Nach bisherigen Erkenntnissen tötete der 43 Jahre alte Deutsche anschließend seine Mutter und sich selbst. Der Mann habe eine "zutiefst rassistische Gesinnung" gehabt, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. Die Bundesanwaltschaft zog die Ermittlungen an sich, weil sie ein fremdenfeindliches Motiv vermutet.

Zu diesem Ergebnis kamen die Ermittler durch die Auswertung von Videobotschaften und einer Art Manifest auf der Internetseite des mutmaßlichen Täters. Die Todesopfer seien zwischen 21 und 44 Jahre alt gewesen und hätten Migrationshintergrund gehabt. Der Täter habe sechs weitere Menschen verletzt, einen schwer. Nach einer Telefonschalte der Innenminister von Bund und Ländern sagte der bayerische Ressortchef Joachim Herrmann, man gehe davon aus, "dass es sich um einen rechtsradikalen, ausländerfeindlichen Hintergrund handelt".

Brennpunkt: Terror in Hanau
Die tödlichen Schüsse in Hanau haben bundesweit Entsetzen ausgelöst und waren offenbar rassistisch motiviert. Der Generalbundesanwalt hat in dem Fall die Ermittlungen übernommen. Nach Angaben der Polizei steht ein 43-jähriger Mann in dem Verdacht, am Mittwochabend in Hanau in zwei Shisha-Bars neun Menschen erschossen zu haben.

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Abstruse Verschwörungstheorien des mutmaßlichen Täters

Der mutmaßliche Todesschütze kommt laut den Behörden aus Hanau. Gegen 22 Uhr am Mittwochabend eröffnete er in einer Shisha-Bar das Feuer. Danach schoss er in einer weiteren Bar und einem Kiosk um sich. Die türkische Botschaft in Berlin erklärte, unter den Todesopfern seien fünf türkische Staatsbürger. Der Sportschütze habe die Waffen legal besessen.

Laut Bundesanwaltschaft äußerte der mutmaßliche Täter auf seiner Internetseite wirre Gedanken und abstruse Verschwörungstheorien. Man prüfe, ob er Mitwisser oder Unterstützer für seinen Anschlag hatte. Dazu würden das Umfeld und die Kontakte des Mannes im In- und Ausland abgeklärt, sagte Frank.

Attentat Hanau Karte
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Der Täter stürmte zunächst in eine Shisha-Bar am Heumarkt im Zentrum von Hanau und tötete vier Menschen. Danach fuhr er weiter zum Kurt-Schumacher-Platz, wo er fünf weitere Menschen tötete.

Nicht im Visier der Ermittler gewesen

Wie Hessens Innenminister Peter Beuth mitteilte, handelte der Mann wohl allein. "Bislang liegen keine Hinweise auf weitere Täter vor." Der mutmaßliche Täter sei zuvor nicht im Visier der Ermittler gewesen. Er sei weder als "fremdenfeindlich" bekannt gewesen noch polizeilich in Erscheinung getreten.

Wenige Tage vor dem Verbrechen hatte der mutmaßliche Täter nach Informationen aus Sicherheitskreisen ein Video bei Youtube veröffentlicht. Darin spricht der Mann in fließendem Englisch von einer "persönlichen Botschaft an alle Amerikaner". Der Clip wurde offensichtlich in einer Privatwohnung aufgenommen.

Seehofer kündigt verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an

In der Aufnahme sagt der Mann, in den USA existierten unterirdische Militäreinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet würden. Dort würde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische Staatsbürger sollten aufwachen und gegen diese Zustände "jetzt kämpfen". Ein Hinweis auf eine bevorstehende eigene Gewalttat in Deutschland ist in dem Video nicht enthalten. Er behauptet auch, Deutschland werde von einem Geheimdienst gesteuert. Außerdem äußert er sich negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei.

Beim Besuch eines Tatorts in Hanau sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer: "Rassismus ist Gift. Gift, das Verwirrung in den Köpfen auslöst und dafür sorgt, dass das Böse hervortritt." Er kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland zu verstärken. Dies sei auch "vor dem Hintergrund vieler öffentlicher Veranstaltungen in den nächsten Tagen" erforderlich. Im Bereich des Rechtsextremismus habe es zuletzt "eine Menge von sehr Besorgnis erregenden Entwicklungen erlebt", sagte Seehofer. Es sei nun "die große und zentrale Aufgabe", den Gegnern der freiheitlichen Grundordnung "die Stirn zu bieten".

Steinmeier gedenkt der Opfer in Hanau

Bundespräsident Steinmeier versicherte allen Menschen, "die durch rassistischen Hass bedroht werden: Sie sind nicht allein. Ich bin überzeugt: Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland verurteilt diese Tat und jede Form von Rassismus, Hass und Gewalt."

Gemeinsam mit anderen Politikern, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, gedachte er am Abend in Hanau mit einer Schweigeminute der Opfer. Dabei appellierte er an den Zusammenhalt in der Gesellschaft. In diesen schweren Stunden sei es wichtig, ein Zeichen der Solidarität und Rücksichtnahme zu setzen, sagt Steinmeier. "Wir stehen zusammen und halten zusammen. Das ist das stärkste Mittel gegen Hass."

Kanzlerin Merkel zur Gewalttat in Hanau
20.02.2020

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Merkel: "Rassismus ist ein Gift"

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: "Rassismus ist ein Gift, der Hass ist ein Gift. Und dieses Gift existiert in unserer Gesellschaft. Und es ist Schuld an schon viel zu vielen Verbrechen. Von den Untaten des NSU über den Mord an Walter Lübcke bis zu den Morden von Halle."

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wertete die Tat in Hanau als Beleg dafür, dass die CDU und andere Parteien nicht mit der AfD zusammenarbeiten dürfen. Sie fühle sich in ihrer Haltung bestärkt, dass es keine Zusammenarbeit geben dürfe mit der Partei, die "Rechtsextreme, ja, ich sage auch ganz bewusst Nazis, in ihren eigenen Reihen duldet und die eine Grundlage legt, auch in der politischen Diskussion, für genau dieses Gedankengut". Sie verwies auf den CDU-Beschluss, nicht mit der AfD zu kooperieren. "Wie wichtig es ist, diese Brandmauer zu halten, das sieht man an einem Tag wie Hanau."

Kritik an der AfD

Politiker unterschiedlicher Parteien machten die Polemik der AfD gegen Zuwanderer und gegen Muslime für rechtsextreme Gewalt mitverantwortlich. Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Serpil Midyatli forderte die Beobachtung der gesamten Partei durch den Verfassungsschutz. Die AfD wies die Vorwürfe einer Mitverantwortung für die Tat zurück. Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland warf den anderen Parteien eine Instrumentalisierung der Tat vor.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Februar 2020 um 20:00 Uhr.

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