Göttingen: Ein Mädchen rutscht im Freibad am Brauweg von einer Riesenrutsche ins Wasser. | Bildquelle: dpa

Deutscher Wetterdienst Hitze "für die Geschichtsbücher" möglich

Stand: 23.07.2019 09:01 Uhr

Treffen die Modellrechnungen des Deutschen Wetterdienstes ein, könnte Donnerstag ein historischer Hitzetag in Deutschland werden. Der nächste Hitzerekord, der für Meteorologen klar für den Klimawandel steht.

Eine rekordverdächtige Hitzewelle kommt auf Deutschland zu. Nach den neuesten Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnten bereits heute im Saarland und im Moseltal Temperaturen von 40 Grad erreicht werden.

Am Donnerstag, dem laut Prognosen wohl heißesten Tag der Woche, seien nach derzeitigen Berechnungen im Ruhrgebiet, im Raum Köln, an der Mosel und im Saarland sogar 41 Grad möglich, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Im Rhein-Main-Gebiet seien mit erwarteten 40 Grad ebenfalls stationäre Hitzerekorde möglich.

Der historische Hitzerekord von 40,3 Grad in Kitzingen könnte möglicherweise wackeln. "Wenn diese Vorhersagen eintreffen, würde diese Hitzewelle in die Geschichtsbücher eingehen", sagte Friedrich. "So etwas habe ich als Meteorologe noch nicht gesehen." Im Ruhrgebiet ist es möglich, dass die Tiefsttemperaturen in der Nacht zu Donnerstag nicht unter 25 Grad sinken.

Vier aufeinanderfolgende "Tropennächte"

Die Meteorologen erwarten nach den derzeitigen Vorhersagen vier aufeinanderfolgende "Tropennächte" in der Region. "Die Wärmebelastung wird extrem sein", befürchtete der DWD-Sprecher. "Man kann nur hoffen, dass die Modelle nicht eintreten und es zu neuen Berechnungen mit einer Vorhersage mit ein, zwei Grad weniger kommt."

Auch Frankreich und Belgien wappneten sich für extreme Hitze. In der französischen Hauptstadt Paris sollten nach Polizeiangaben seit gestern wegen der hohen Ozonbelastung Fahrverbote gelten. Im Laufe der Woche werden im ganzen Land wieder Spitzenwerte um die 40 Grad erwartet, in Paris sollen es dem Wetterdienst Météo France zufolge am Donnerstag sogar bis zu 42 Grad werden. Das belgische Krisenzentrum riet: "Bleiben Sie im Kühlen und trinken Sie genügend (Wasser)." Jeder solle sich um seine Angehörigen kümmern.

Folge des Klimawandels

Die Hitzewelle der kommenden Tage ist für manche Regionen Deutschlands bereits die vierte in diesem Sommer. Das seien ungewöhnlich viele, hieß es beim DWD. Schon im Juni wurden an mehreren Orten die regionalen Rekordtemperaturen übertroffen. Insgesamt handelte es sich um den wärmsten und sonnigsten Juni seit Beginn flächendeckender Messungen.

Für Meteorologen ist diese Häufung ein klares Indiz für den Klimawandel. "Die Hitzerekorde nehmen übermäßig zu, während die Kälterekorde weltweit abnehmen", erklärt ARD-Wetterexperte Sven Plöger im NDR-Hörfunk. Mit dem Schwund der Eismengen in der Arktis würden die Temperaturunterschiede zwischen dem Äquator und den nordpolaren Breiten abnehmen. Dadurch würden aber auch die ausgleichenden Winde abgeschwächt, die sonst die Hoch- und Tiefdruckgebiete weitertreiben. Die Folge dieser Entwicklung seien Wetterextreme, so Plöger.

Hitzerekord in den USA (unkommentiert)
22.07.2019

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Wie schon im Juni dürfte der DWD in den nächsten Tagen Hitzewarnungen herausgeben. Die Warnstufe 2 wird ausgerufen, wenn tagsüber extreme Wärmebelastung herrscht. Die sogenannte gefühlte Temperatur liegt dann bei mehr als 38 Grad. Starke Wärmebelastung und damit die Voraussetzung für die Warnstufe 1 liegt vor, wenn um 14 Uhr die gefühlte Temperatur 32 Grad und mehr beträgt. Die vom DWD verwendete gefühlte Temperatur ist nicht mit der Lufttemperatur gleichzusetzen. Für die Wärmebelastung müssen neben der Lufttemperatur die Feuchtigkeit der Luft, der Wind und die Strahlung berücksichtigt werden.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 23. Juli 2019 um 07:37 Uhr.

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