Mais mit braunen Blättern auf einem Feld bei Köln | Bildquelle: dpa

Extreme Wetterlagen Rufe nach Notfallplänen werden lauter

Stand: 04.08.2018 12:34 Uhr

Ein Sommer wie dieser mit anhaltender Hitze und der daraus folgenden Dürre könnte nach Ansicht von Klimaforschern bald zur Normalität werden. Deshalb werden die Mahnungen lauter, Vorkehrungen zu treffen.

Die seit Wochen anhaltende Hitzewelle in Deutschland wird nicht ohne Folgen bleiben für die Ernte. Die Land- und Forstwirte fordern bereits Unterstützungen für die erwarteten Schäden und Ernteausfälle.

Auch die Kommunen wollen Vorkehrungen treffen für künftige Wetterextreme. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindetages, Gerd Landsberg, fordert einen "Aktionsplan" der Kommunen. Konkret schlägt er vor, die Wasserversorgung zu verbessern - beispielsweise durch zusätzliche Speicherkapazitäten - mehr Grünflächen in den Städten zu schaffen sowie Pflanzen in kommunalen Grünanlagen und Wäldern zu pflanzen, die für den Klimawandel besser gewappnet seien.

Bäume in Hannover werden gewässert | Bildquelle: dpa
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Die Pflanzen haben Durst: In vielen Städten werden die Straßenbäume gewässert.

"Wir müssen uns in Zukunft darauf einstellen, dass die Sommer sehr heiß und niederschlagsarm werden", sagte Landsberg dem "Handelsblatt". Die Planung und Umsetzung eines solchen Aktionsplans setze natürlich zusätzliche Mittel voraus, fügte er hinzu. Dabei seien Bund, Länder und Kommunen gemeinsam gefordert.

Grüne fordern Notfallfonds

Die Grünen fordern einen milliardenschweren Fonds, aus dem unbürokratisch Entschädigungen an Menschen gezahlt werden, deren Existenz bedroht sei, heißt es in einem Konzept der Partei, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Auch für die Gesundheitsvorsorge, den Hitzeschutz in Städten, den Waldbrand- und Hochwasserschutz sowie die Anpassung der Landwirtschaft solle Geld bereitgestellt werden.

Nach Einschätzung von Grünen-Chefin Annalena Baerbock müsste der Fonds mit etwa zwei Milliarden Euro ausgestattet werden. Das Geld dafür solle hauptsächlich aus den Einnahmen aus der CO2-Bepreisung kommen. Die Grünen fordern einen Mindestpreis für den CO2-Ausstoß vor allem für den Energiesektor sowie höhere Steuern auf Kohle, Heizöl und Erdgas.

Freibäder mit Besucherrekorden

Die Sorge der einen ist die Freude der anderen in diesen Tagen: Alle, die in den Schulferien daheim geblieben sind, verbringen ihre Tage in See, Meer oder Schwimmbad. Deutschlands Freibäder-Betreiber freut es: So voll wie in diesem Sommer war es am Beckenrand lange nicht. In Berlin gab es bereits Einlass-Stopps. Die städtischen Freibäder in Köln verzeichneten bislang knapp 740.000 Gäste, in Duisburg wurde mit mehr als 90.000 Besuchern die bisherige Bestmarke bereits gerissen.

Freibad in Mainz | Bildquelle: dpa
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Andrang herrscht in diesem Dauersommer in Deutschlands Freibädern.

Auch die Bäder im Rhein-Main-Gebiet, Hamburg und Hannover verzeichnen hohe Besucherzahlen. Wegen der Hitze müssten die Rasenflächen kaum gemäht werden, sagt Betreibsleiter Horst Schröder vom Annabad in Hannover. Allerdings müsse mehr Frischwasser nachgefüllt werden, um die Wasserqualität zu gewährleisten.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. August 2018 um 12:03 Uhr.

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