Fischsterben im Schweizer Hochrhein | Bildquelle: dpa

Hitzewelle Im Hochrhein sterben die Fische

Stand: 06.08.2018 16:09 Uhr

Im Hochrhein in der Schweiz sterben infolge der Hitze die Fische. Bereits eine Tonne der toten Tiere wurde geborgen. Und: In den kommenden Tagen dürfte es noch heißer werden.

Nach Berichten über massives Fischsterben im Norden hat die anhaltende Hitzewelle nun auch Folgen für die Fischpopulationen im Süden. Im Hochrhein - dem Flussabschnitt zwischen Basel und Bodensee - wurde rund eine Tonne toter Tiere eingesammelt, berichtet der schweizerische Fischereiverband. Dabei handele es sich vor allem um Äschen.

Der Verband erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen einige deutsche Bodenseefischer: Die Fische müssten gerettet werden, aber stattdessen verkauften einige Fischer weiter Fische an Restaurants. "Während die Fischer am Rhein pausenlos mit allen verfügbaren Kräften und bis zur Erschöpfung um jeden einzelnen Fisch kämpfen, wird am Untersee und dem Seeauslauf durch einige deutsche Berufsfischer gnadenlos Kapital aus der aktuellen Situation geschlagen", schrieb der Verband.

Rhein heizt sich auf

In Baden-Württemberg hat die Erwärmung der Gewässer nach Angaben des zuständigen Ministeriums die Lebensbedingungen für Fische zwar deutlich verschlechtert, aber noch nicht zu einem größeren Fischsterben geführt. Die Wassertemperaturen von Rhein, Neckar und Donau liegen nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt zum Teil über 26 Grad. An einigen Stellen des Flusses wurde sogar die für die Gewässerökologie gefährliche Temperatur von 28 Grad überschritten.

Schwarze Elster stellenweise ausgetrocknet

In Brandenburg trocknete die Schwarze Elster, ein Zufluss der Elbe, stellenweise ausgetrocknet. "Es gibt Stellen, da ist nichts mehr", sagte ein Sprecher der Stadt Senftenberg. An anderen Stellen sei dagegen noch viel Wasser in dem Nebenfluss der Elbe zu sehen. In Lauchhammer nahe Senftenberg liege der Pegel bei 55 Zentimetern.

Die Schwarze Elster | Bildquelle: dpa
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Schwarze Elster bei Senftenberg: Der Zufluss der Elbe ist teilweise komplett ausgetrocknet.

Winzer profitieren

Anders als die Landwirte profitieren die Winzer von den heißen Tagen. In Rheinland-Pfalz begann so früh wie noch nie die Weinlese. Gestartet wurde in Rheinhessen mit der Federweißerlese - einem frühen, noch unfertigen Wein mit geringem Alkoholgehalt. Aber auch die Hauptweinlese dürfte nach Einschätzung des Deutschen Weininstituts in diesem Jahr deutlich früher als sonst starten.

Einzelne Zugausfälle

Auch der Verkehr ist von der anhaltenden Hitze betroffen: Auf den ICE-Strecken Frankfurt-Amsterdam und Frankfurt-Brüssel fielen einzelne Züge aus, wie die Bahn mitteilte. Generell laufe der Zugverkehr aber weitgehend stabil. Es gebe etwas mehr Ausfälle von Fahrzeugkomponenten als an kühleren Tagen. 94 bis 95 Prozent der 3500 Klimaanlagen seien aber verfügbar. Sie sind je nach Zug für Temperaturen bis 40 oder 45 Grad ausgelegt. Für die kommenden Tage hält die Bahn nach eigenen Angaben außerdem zusätzliche Zugbegleiter und Lokführer bereit.

Es wird noch mal richtig heiß

Bevor es Ende der Woche abkühlt, sagen die Wetterdienste noch einmal Hitzerekorde voraus. Am Dienstag und Mittwoch könnte es bis zu 39 Grad heiß werden, betroffen sein wird vor allem der Osten des Landes. Ab Donnerstag sind dann kräftige Gewitter mit Starkregen vorhergesagt. Ab Freitag soll es dann im ganzen Land deutlich kühler werden.

Bereits eine Tonne toter Fische aus Rhein geborgen
Karl Dietrich Mäurer, ARD Zürich
06.08.2018 21:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. August 2018 um 12:44 Uhr.

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