Niels Högel im Prozesssaal in Oldenburg | Bildquelle: dpa

Ex-Krankenpfleger vor Gericht Högel gesteht 100 Patientenmorde

Stand: 30.10.2018 12:30 Uhr

Der wegen 100-fachen Mordes an Patienten angeklagte frühere Krankenpfleger Niels Högel hat die Taten zum Auftakt seines Prozesses vor dem Landgericht Oldenburg gestanden.

Der Ex-Pfleger Niels Högel ist wegen der wohl größten Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte angeklagt. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob die gegen Högel erhobenen Vorwürfe zuträfen, antwortete der Angeklagte mit "ja". Der 41-Jährige fügte an: "Das, was zugegeben worden ist - so ist es auch."

Zuvor war Högel vom Gericht ausführlich zu den Anfängen seines beruflichen Werdegangs und seinen privaten Verhältnissen befragt worden. Um konkrete Tatvorwürfe ging es dabei zunächst nicht, die Richter wollen die Geschehnisse aus der sehr umfangreichen Anklageschrift chronologisch abarbeiten.

"Es war der Stress"

Högel berichtete, er habe bereits kurz nach dem Berufsstart unter Leistungsdruck gestanden und angefangen, Schmerzmittel zu nehmen. "Es war der Stress." Er hätte bereits damals erkennen müssen, dass die Arbeit nichts für ihn gewesen sei.

Der bereits wegen sechs Taten zu lebenslanger Haft verurteilte Angeklagte muss sich wegen 100 weiterer mutmaßlicher Morde verantworten, die er 2000 bis 2005 an zwei Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst verübt haben soll.

Schweigeminute

Der Mammutprozess begann mit einer Schweigeminute für die Toten. Für den Prozess sind zunächst Termine bis Mai kommenden Jahres angesetzt, mehr als 120 Angehörige von Opfern beteiligen sich als Nebenkläger an dem Verfahren. Sie kritisieren die zögerlichen Ermittlungen in dem Fall scharf.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. Oktober 2018 um 12:00 Uhr.

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