Corona-Pandemie Hersteller wollen mehr Impfdosen liefern

Stand: 01.02.2021 07:36 Uhr

Wenige Stunden vor dem Krisengespräch von Bund und Ländern sowie der Pharmaindustrie kommt Bewegung in den Streit mit den Impfherstellern. Nach AstraZeneca kündigte nun auch BioNTech an, seine Lieferungen an die EU auszubauen zu können.

BioNTech will im kommenden Quartal die Lieferung seines Covid-19-Vakzins an die Europäische Union erweitern. Zuvor hatte auch der Impfhersteller AstraZeneca mehr Lieferungen seines Vakzins an die EU angekündigt.

Bis zu 75 Millionen mehr Impfdosen

"Wir arbeiten weiterhin an der Erhöhung der Lieferungen ab der Woche vom 15. Februar, um die vertraglich festgelegte Lieferung der vollen Menge an Impfstoffdosen im ersten Quartal sicherzustellen", wird Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting in einer Mitteilung des Mainzer Unternehmens zitiert. "Außerdem könnten wir im zweiten Quartal bis zu 75 Millionen Dosen mehr an die Europäische Union ausliefern."

Um der gestiegenen weltweiten Nachfrage gerecht zu werden sei geplant, 2021 zwei Milliarden Dosen des Impfstoffes herzustellen, so Poetting weiter. "Dafür werden wir die zuvor geplante Produktion von 1,3 Milliarden Impfdosen um mehr als 50 Prozent steigern. Die Maßnahmen, um unsere Produktionskapazitäten zu erweitern, laufen nach Plan."

Gemäß dem EU-Verteilungsschlüssel, der abhängig vom Bevölkerungsanteil Deutschlands in der EU ist, fallen 18,6 Prozent der Impfstofflieferungen auf die Bundesrepublik - was im Falle der möglichen Nachlieferungen von BioNTech bis zu 13,95 Millionen Impfdosen zusätzlich bedeuten könnte.

BioNTech und sein US-Partner Pfizer hatten mit einer Ankündigung, vorübergehend weniger zu liefern, für Ärger bei Bund und Ländern gesorgt. Als Grund wurden Werksumbauten angegeben, durch die eine größere Produktion ermöglicht werden soll.

Han Steutel, Verband der forschenden Pharmaunternehmen, zum geplanten Impfgipfel und den Impfstoff-Herstellern
Morgenmagazin, 01.02.2021

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Weitere Lieferungen von AstraZeneca

AstraZeneca will ebenso mehr Dosen seines Impfstoffes an die EU liefern als bisher angekündigt. Es kämen neun Millionen Dosen hinzu, also insgesamt 40 Millionen Dosen, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. Das ist die Hälfte der ursprünglich anvisierten Menge von 80 Millionen Dosen.

Von der Leyen schrieb auch, AstraZeneca wolle eine Woche früher mit der Lieferung beginnen als geplant. Die Firma wolle zudem ihre Produktionskapazität in Europa ausbauen.

Weniger AstraZeneca-Dosen als geplant

AstraZeneca hatte vor gut einer Woche überraschend mitgeteilt, im ersten Quartal statt 80 Millionen nur 31 Millionen Dosen Impfstoff an die EU-Staaten zu liefern. Die EU reagierte empört und setzte die Firma unter Druck, die Lieferkürzung zurückzunehmen. Das soll laut von der Leyen nun zumindest zum Teil geschehen. Der Impfstoff ist seit Freitag in der EU für Erwachsene ohne Altersbegrenzung zugelassen.

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission das Mittel aber nur für Erwachsene unter 65 Jahren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will deshalb die Impfverordnung überarbeiten. Darüber wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder an diesem Montag auf ihrem Impfgipfel beraten. Daran nehmen auch Vertreter der Impfstoff-Hersteller und der EU-Kommission teil.

Geliefert wurden bisher in Deutschland über 3,5 Millionen Impfdosen. 2,2 Millionen Dosen wurden gespritzt. Einige Länder lagern den Impfstoff erst ein, um ihn für die notwendige zweite Spritze sicher zu haben, andere verabreichen im Vertrauen auf kommende Lieferungen gleich alles. Am Freitag wurde das Vakzin von AstraZeneca zugelassen. Bis zum 22. Februar werden laut Gesundheitsministerium weitere 5 Millionen Impfdosen oder mehr an die Länder geliefert.

Impfstoff-Debakel: Kann in Deutschland mehr produziert werden?

01.02.2021 08:03 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 01. Februar 2021 das ARD-Morgenmagazin um 07:38 Uhr und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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