Eine Hand in Arzthandschuh hält ein künstliches Kniegelenk. | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER

Reaktionen auf "Implant Files" Politiker fordern Implantat-Register

Stand: 26.11.2018 18:49 Uhr

Bundespolitiker haben parteiübergreifend mit Unmut auf die Recherchen zu mangelhaften Implantaten reagiert. Sie fordern unter anderem ein Medizinprodukte-Zentralregister und strengere Prüfungen.

Von Peter Hornung, NDR

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) nimmt die Enthüllungen zu den Gefahren von Prothesen und Implantaten "sehr ernst". Das sagte ein Sprecher in der Bundespressekonferenz. "Jeder einzelne dort beschriebene Fall ist tragisch und einer zu viel", so der Sprecher weiter.

Die Vorsitzende des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeifer, sagte, sie sei überrascht, wie sehr die Zwischenfälle mit fehlerhaften Medizinprodukten zugenommen hätten. Dass es viele Probleme gebe, sei aber bekannt:

"Hier wird von der Industrie und der Politik immer gefordert, dass Innovationen schnell zu den Patienten kommen sollen. Das ist gut, wenn es gute Innovationen sind. Aber leider haben viele dieser neuen Produkte auch Risiken, die nicht ausreichend untersucht werden und deshalb auch bei den Patienten auftreten können."

Die Bundesregierung sei in der Pflicht, sagt die Verbandsvorsitzende. Auch eine bereits verabschiedete EU-Verordnung sei noch nicht ausreichend. 

Grüne fordert Zentralregister für Medizinprodukte

Die neuen Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" zeigten, dass dringend etwas getan werden müsse, sagte die grüne Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche. Der nun bekannt gewordene Anstieg von Zwischenfällen sei katastrophal.

Die von der Industrie beauftragten Prüfungen bei Medizinprodukten seien nicht ausreichend: "Die benannten Stellen, die für die Prüfung zuständig sind, machen rein formale Prüfungen. Wir brauchen mehr wissenschaftliche Studien, um die Qualität von Medizinprodukten beurteilen zu können", fordert sie. Dringend nötig sei ein zentrales Register. Patienteninteressen stünden derzeit nicht im Zentrum, so die Grünen-Politikerin.

Recherche belegt Unregelmäßigkeiten bei Medizin-Implantaten
tagesschau24 14:00 Uhr, 26.11.2018, Christian Baars, NDR

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Der Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU), sagte, er sei mit dem derzeitigen Meldesystem sehr unzufrieden. "Wenn wir in absehbarer Zeit die elektronische Patientenakte haben, dann muss sich daraus eine automatische Meldung und Registrierung ergeben, damit man einen kompletten Überblick hat über Komplikationen und darauf schnell reagieren kann", fordert er. Die Gesundheitspolitik werde auf die Berichterstattung angemessen reagieren.

"Probleme unter Strafandrohung melden"

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb auf Twitter, es gebe zu viele Medizinprodukte und Prüfungen am Patienten fehlten meist. Probleme müssten unter Strafandrohung durch Ärzte an Register gemeldet und veröffentlicht werden. Im Zweifelsfall solle einem Produkt die Zulassung entzogen werden.

Nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" hat sich die Zahl der gemeldeten Zwischenfälle mit Medizinprodukten in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht.

Implant Files: Reaktionen auf Medizinprodukte-Recherche
Peter Hornung, ARD
26.11.2018 13:08 Uhr

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