Polizisten und Kriminaltechnik in Halle | Bildquelle: dpa

Ausschuss zu Halle-Attentat Polizei verlor Attentäter aus den Augen

Stand: 14.10.2019 16:31 Uhr

Die Polizei hat den Täter von Halle während des Einsatzes eine Stunde lang aus den Augen verloren. Nach Angaben eines Landtagsabgeordneten erfolgte die Festnahme durch Revierpolizisten - und nicht durch Spezialkräfte.

Eine Sondersitzung des Innenausschusses in Magdeburg hat Details des Polizeieinsatzes nach dem Anschlag in Halle ans Licht gebracht. Demnach soll die Polizei den Attentäter eine Stunde lang aus den Augen verloren haben. Das berichteten mehrere Landtagsabgeordnete. Wie der SPD-Innenexperte Rüdiger Erben mitteilte, hätten nicht - wie bisher angenommen - Spezialkräfte den Täter festgenommen, sondern zwei Revierpolizisten.

Nach Anschlag in Halle geht die politische Aufarbeitung weiter
tagesschau 20:00 Uhr, 14.10.2019, Marie von Mallinckrodt, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Das Innenministerium räumte ein, dass die Beamten das Fluchtfahrzeug zeitweise aus den Augen verloren hatten. Dies sei aber keine Panne gewesen, so Innenminister Holger Stahlknecht (CDU). Er wies darauf hin, dass es von der ersten Meldung an die Polizei bis zu Eintreffen des ersten Funkstreifenwagens am Tatort nur sieben Minuten gedauert habe. In der Spitze seien bis zu 740 Beamte im Einsatz gewesen. Es seien "alle Kräfte mobilisiert" worden.

CDU beschließt Maßnahmenpaket

Als Reaktion auf den Anschlag beschloss der Bundesvorstand der CDU ein Maßnahmenpaket, das mehr Rechte für Polizei und Verfassungsschutz im Netz sowie einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen vorsieht.

Die Behörden sollen rechtsextremistische Gruppierungen und Vereinigungen systematischer und effektiver beobachten können. Dafür seien neue Rechtsgrundlagen nötig, so CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Als Beispiele nannte er die Vorratsdatenspeicherung durch Polizei und Verfassungsschutz sowie Online-Durchsuchungen.

Gerade über die Vorratsdatenspeicherung hatten Union und SPD jedoch schon oft gestritten. Die Sozialdemokraten stehen der anlasslosen Speicherung personenbezogener Daten skeptisch gegenüber. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte, das sei ein Weg, den die SPD nicht mitmache. "Es kann nicht sein, dass ohne konkreten Anlass flächendeckend Kommunikation durchsucht wird."

Kritik kam auch aus den eigenen Reihen. Thüringens CDU-Chef Mike Mohring sagte, die Maßnahmen kämen zu spät. "Wir regieren ja schon eine ganze Weile, und man hätte die Dinge auch vor den Ereignissen alle machen können", so Mohring.

Spendenkonto für Opfer eingerichtet

Am 9. Oktober hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, in die mit mehr als 50 Gläubigen besetzte Synagoge zu gelangen. Als das scheiterte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20 Jahre alten Mann in einem nahen Dönerladen. Auf seiner Flucht verletzte der Schütze ein Ehepaar schwer.

Für die Opfer des Anschlages wurde nun ein Spendenkonto eingerichtet. Das teilte die Stadtverwaltung in Halle mit. Initiiert wurde es den Angaben zufolge vom Verein "Zeit-Geschichte(n)", unterstützt werde der Verein von der Stadt Halle und den Stadtwerken.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 14. Oktober 2019 um 14:30 Uhr.

Darstellung: