Bildungsministerin Karliczek Nachhilfeprogramm startet im Herbst

Stand: 14.04.2021 16:07 Uhr

20 bis 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben laut Bildungsministerin Karliczek wegen der Corona-Pandemie Wissenslücken. Die sollen durch ein Nachhilfeprogramm geschlossen werden - mit Geld vom Bund.

Das Corona-Aufholprogramm von Bund und Ländern für Schüler soll nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek im Herbst starten. Man wolle ganz bewusst erst in das neue Schuljahr damit gehen, sagte die CDU-Politikerin im Bundestag mit Blick auf die Belastungen für Familien und Schüler im laufenden Jahr. "Deswegen sollten wir ihnen jetzt nicht noch zusätzliche Aufgaben geben, sondern ab dem Herbst das Nachholprogramm starten."

"20 bis 25 Prozent" der Schüler

Karliczek forderte die Länder - die für Schule zuständig sind - dazu auf, jetzt Lernstände bei den Schülern zu erheben, weil sie nur dann gezielt nachsteuern könnten. Sie gehe davon aus, dass "20 bis 25 Prozent" der Schülerinnen und Schüler in irgendeiner Form Unterstützung benötigten, sagte Karliczek.

Bund und Länder beraten seit einiger Zeit über ein Nachhilfeprogramm. Es geht darum, wie viel Geld unter welchen Bedingungen Berlin den Ländern bereitstellt, um Fördermaßnahmen für Schüler zu unterstützen, die durch Schulschließungen und Notbetrieb größere Lernrückstände aufgebaut haben. Im Gespräch ist bisher eine Milliarde Euro.

Zwei zusätzliche Stunden pro Woche?

Laut Deutschem Lehrerverband sind seit Beginn der Pandemie 400 bis 600 Unterrichtsstunden weggefallen. Es wird davon ausgegangen, dass rund jeder fünfte der etwa elf Millionen Schüler des Landes zusätzlichen Unterricht benötigt. Diskutiert wird über ein Angebot von zwei zusätzlichen Stunden pro Woche im kommenden Schuljahr. Zum Einsatz kommen könnten Lehramtsstudenten, pensionierte Lehrkräfte, Volkshochschulpersonal aber auch externe Anbieter.

"Digitale Bildung"

Die Bildungsministerin bekräftigte zugleich ihre schon früher erhobene Forderung, im Bildungsbereich weitere Kooperationen zwischen Bund und Ländern zu ermöglichen, insbesondere "im Bereich der digitalen Bildung". Hier seien "neue Formen der Zusammenarbeit" nötig. Die hierfür notwendige Grundgesetzänderung sei aber nicht schnell zu erreichen, räumte Karliczek ein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. April 2021 um 08:00 Uhr.

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