Der Vorsitzende der Jungen Union, Kuban, beim digitalen Deutschlandtag  | Bildquelle: dpa

Wiedergewählt Kuban bleibt JU-Vorsitzender

Stand: 29.11.2020 17:29 Uhr

Tilman Kuban ist bei der digitalen Ausgabe des Deutschlandtags mit mehr als 80 Prozent als JU-Chef wiedergewählt worden. Zusammen mit den Parteichefs von CDU und CSU schwor er die Union auf die kommende Bundestagswahl ein.

Der Vorsitzende Jungen Union, Tilman Kuban, ist mit klarer Mehrheit wiedergewählt worden. Beim digitalen Deutschlandtag der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU erhielt er 83,2 Prozent der Stimmen. Der 33-Jährige hatte das Amt im vergangenen Jahr vom heutigen CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak übernommen.

Grüne, SPD und Linkspartei wollen "linkes Disneyland"

Kuban wertete das Ergebnis als Zeichen der Geschlossenheit der Jungen Union. In seiner Bewerbungsrede hatte Kuban scharfe Kritik an den Grünen geübt und vor einer rot-grünen Koalition auf Bundesebene gewarnt. Sollten Grüne, SPD und Linkspartei dann eine eigene Mehrheit haben, "werden sie zugreifen und sich ihren Traum vom linken Disneyland erfüllen", sagte er. Diese drei Parteien wollten "ein anderes Deutschland und ein anderes Europa", warnte Kuban. Viele bei den Grünen versuchten derzeit, "moderat zu wirken", sagte er, das könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Grünen ein gestörtes Verhältnis zum Rechtsstaat hätten.

Söder erwartet "Wimperschlagfinale" bei der Bundestagswahl

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer schworen die Union in ihren Gastreden auf einen harten Wahlkampf bei der kommenden Bundestagswahl ein. CDU und CSU dürften sich angesichts guter Umfragewerte nicht in trügerischer Sicherheit wiegen. Wenn die Grünen eine Chance sehen würden, den Kanzler oder die Kanzlerin zu stellen, "dann werden sie das in jeder möglichen Konstellation tun", sagte Kramp-Karrenbauer. Söder sprach von einem zu erwartenden "Wimpernschlagfinale" im Herbst 2021. "Einige meinen, Schwarz-Grün wäre doch ganz nett. Aber man muss aufpassen, dass man am Ende nicht mit einem anderen Modell aufwacht: nämlich mit Grün-Rot-Rot", sagte der CSU-Chef.

Markus Söder hält eine Gastrede beim digtalen Deutschlandtag der Jungen Union. | Bildquelle: dpa
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CSU-Chef Söder warnte beim Deutschlandtag der Jungen Union davor den Kanzlerkandidaten direkt nach der Wahl des CDU-Vorsitzenden zu küren.

Mit Blick auf die Suche nach einem Kanzlerkandidaten warnte Söder davor, sich zu früh festzulegen. "Wir dürfen keinen falschen Frühstart machen", sagte Söder. "Und nicht schon von vorneherein sagen, wer dieser oder jener wird, der wird dann gleichzeitig Kandidat." Hintergrund sind Forderungen führender CDU-Politiker, dass der neue Parteichef die Union auch in die Wahl führen solle. Söder, der selbst als potenzieller Kanzlerkandidat gehandelt wird, bekräftigte, dass sein Platz in Bayern sei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. November 2020 um 17:00 Uhr.

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