Bundesamt für Verfassungsschutz | Bildquelle: dpa

Islamistische Familien Überwachung von Kindern unter 14?

Stand: 06.08.2018 07:17 Uhr

Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt laut Medienberichten vor Kindern, die in Deutschland in islamistischen Familien aufwachsen. Diese stellten "ein nicht unerhebliches Gefährdungspotenzial" dar.

Der Bundesverfassungsschutz hat vor Kindern gewarnt, die in Deutschland in islamistischen Familien aufwachsen. Sie stellten "ein nicht unerhebliches Gefährdungspotenzial" dar, zitieren die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" aus einer neuen Analyse des Bundesamtes. Es gebe Anzeichen für eine "schnellere, frühere und wahrscheinlichere Radikalisierung von Minderjährigen und jungen Erwachsenen".

Dreistellige Zahl von Familien

Im Dezember hatte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen bereits vor heimkehrenden Frauen und Kindern von Kämpfern der Terrormiliz IS gewarnt, die von ihren Männern und Vätern in Syrien oder im Irak zurück nach Deutschland geschickt werden. In der Verfassungsschutz-Analyse heißt es dem Bericht zufolge, Gefahren gingen auch von Familien in Deutschland aus, die nicht in Kampfgebiete gereist seien. Der Verfassungsschutz geht demnach von einer niedrigen dreistelligen Zahl islamistischer Familien mit mehreren Hundert Kindern aus.

Maaßen sagte den Funke-Zeitungen, die fortwährende dschihadistische Sozialisation von Kindern sei "besorgniserregend und deshalb auch für den Verfassungsschutz eine Herausforderung".

"Hemmschwelle zur Gewalt niedriger"

In Nordrhein-Westfalen wird erwogen, nach dem Vorbild Bayerns die Altersgrenze von 14 Jahren für die Überwachung durch den Verfassungsschutz fallenzulassen. Erst 2016 war die Altergrenze auf 14 von zuvor 16 Jahre gesenkt worden.

Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) sagte, bei entsprechend geprägten Kindern liege die Hemmschwelle zur Gewalt niedriger. "Die Behörden brauchen daher Instrumente, um auch traumatisierte und gewaltbereite Rückkehrer unter 14 Jahren in den Blick nehmen zu können." Auch der CDU-Sicherheitspolitiker Patrick Sensburg und der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer (CSU), befürworteten dies.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. August 2018 um 07:00 Uhr.

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