Kirchenaustritte | Bildquelle: dpa

Viele Kirchenaustritte Neue Wege gegen leere Bänke

Stand: 19.07.2019 18:20 Uhr

Hunderttausende Menschen sind im Jahr 2018 aus der evangelischen oder katholischen Kirche ausgetreten - erheblich mehr als im Jahr zuvor. Die Kirchen wollen gegensteuern.

Von Tilmann Kleinjung, BR

Deutschlands Kirchen haben eine Großstadt verloren. 436.000 Menschen haben im Jahr 2018 die katholische und die evangelische Kirche verlassen. Was diese Statistik für die Kirchen besonders schmerzlich macht, ist der Vergleich zu den Vorjahren. Da stagnierten die Austrittszahlen auf hohem Niveau. Nun sind sie noch einmal angestiegen, um fast 24 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017.

"Jeder Austritt schmerzt"

Für den Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, ist dies eine schmerzliche Nachricht: "Die Menschen entscheiden heute aus Freiheit, welchen Gemeinschaften sie angehören wollen." Dies habe zur Folge, dass Menschen aus der Kirche austreten. "Jeder Austritt ist schmerzvoll. Für uns steckt darin aber eine klare Aufgabe." Man müsse den Menschen die starke Botschaft des Evangeliums nahebringen.

Dramatischer Anstieg der Kirchenaustritte bei den großen deutschen Kirchen
tagesschau 20:00 Uhr, 19.07.2019, Tom Diekmann, SWR

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Missbrauchsstudie wurde 2018 veröffentlicht

2018 war das Jahr, in dem die katholische Kirche ihre Missbrauchsstudie veröffentlicht hat. Das könnte ein Grund dafür sein, warum so viele Katholiken aus der Kirche ausgetreten sind, glaubt der Erzbischof von Bamberg Ludwig Schick. Die Taten lägen oft viele Jahre zurück. Aber sie seien nun erst publik geworden. Das habe viele Menschen bewegt, über ihre Kirchenzugehörigkeit nachzudenken.

Finanzskandal in Eichstätt

Für Negativschlagzeilen sorgte auch der Finanzskandal in Eichstätt, hier entstand ein Millionenverlust durch riskante Immobiliengeschäfte. Im Bistum Eichstätt traten im vergangenen Jahr 3866 Katholiken aus, fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Deshalb geht es für den Bischof von Eichstätt Gregor Maria Hanke vor allem darum, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen.

"Ich denke, was den Finanzskandal betrifft, müssen wir konsequent aufarbeiten und konsequent die Verantwortungsstrukturen ertüchtigen." Man müsse sich vor allem auch auf die Menschen zubewegen, meint Hanke. Und den Menschen zeigen, dass der Weg in der Gemeinschaft der Kirche Sinn macht.

Mehr Bestattungen als Taufen

Es gibt Dinge, die kann die Kirche nicht ändern. Der demografische Wandel trifft sie genauso wie die Gesellschaft. In der kirchlichen Mitgliederstatistik werden deutlich mehr Bestattungen als Taufen gezählt. Immerhin: Durch Eintritte konnten beide Kirchen zusammen fast 34.000 Mitglieder neu oder wieder gewinnen.

Der römisch-katholische Dom St. Peter in Osnabrück | Bildquelle: dpa
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Entfremdung, fehlende Glaubwürdigkeit und die Kirchensteuer sind mögliche Gründe für leere Kirchen.

Für die katholische Bischofskonferenz steckt in den neuesten Zahlen auch der Auftrag, Reformen einzuleiten. Man will die Kritik, wie sie beispielsweise an der Rolle der Frau in der katholischen Kirche geübt wird, aufgreifen, heißt es in einer Mitteilung.

Reformauftrag an die Kirchen

Auch der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Bedford-Strohm, begreift die wachsende Zahl an Kirchenaustritten als Reformauftrag: "Deshalb muss sich die Kirche auch verändern. Die Kirche darf nicht als alte gewachsene Institution darauf warten, dass die Leute zu ihr kommen, sondern sie muss zuhören: Was brauchen die Menschen?"

Der überraschendste Befund steckt in einer für die Kirchen zunächst beruhigenden Botschaft: Trotz der hohen Austrittszahlen ist das Kirchensteueraufkommen im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen - dank guter Konjunktur und positiver Entwicklung der Löhne und Einkommen.

Zahl der Kirchenaustritte steigt
Tilmann Kleinjung, ARD Rom
19.07.2019 17:19 Uhr

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Katholische und evangelische Kirche verlieren Hunderttausende Mitglieder
tagesschau 14:00 Uhr, 19.07.2019, Tim Diekmann, SWR

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Über dieses Thema berichtete am 19. Juli 2019 die tagesschau um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr sowie B5 aktuell um 18:20 Uhr.

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