Kinder aus einer Kita in Potsdam haben sich für einen Aufenthalt im Freien angezogen | Bildquelle: dpa

Studie zur Situation in Kitas Besser - aber längst nicht optimal

Stand: 28.08.2018 08:30 Uhr

Die Betreuungssituation in deutschen Kitas hat sich leicht verbessert, ist aber noch nicht optimal. Das geht aus einer Bertelsmann-Studie hervor. Zwischen einzelnen Regionen gibt es große Unterschiede.

Die Personalsituation in den Kitas hat sich laut einer Studie leicht verbessert. Allerdings gebe es große regionale Unterschiede - vor allem ein Ost-West-Gefälle, schreiben die Autoren der Bertelsmann-Studie "Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme". Und: Optimal sei die Situation noch lange nicht.

Eine pädagogische Fachkraft betreute der Studie zufolge im bundesweiten Durchschnitt rechnerisch 9,1 Kindergartenkinder. Vor fünf Jahren waren es 9,8 ganztagsbetreute Jungen und Mädchen ab drei Jahren. In den Krippen war eine Erzieherin für 4,3 Kinder unter drei Jahren zuständig - im März 2012 lag der Schlüssel noch bei 1 zu 4,8 Kindern.

Vor allem Kleinkinder unter drei Jahren in Ostdeutschland sind benachteiligt. Hier müsse eine Erzieherin etwa doppelt so viele Kinder betreuen wie eine Fachkraft in vielen westlichen Bundesländern, erläuterte eine Expertin der Stiftung.

Gute Situation in Baden-Württemberg

Besonders gut ist die Betreuungssituation in Baden-Württemberg. Dort liegt der Betreuungsschlüssel bei 1 zu 3,1 Krippenkindern und 1 zu 7,1 Kindern von drei bis sechs Jahren. Den zweiten Platz belegt Bremen. Niedersachsen verfügt bei den älteren Kindergartenkindern über vergleichsweise viele Erzieherinnen und teilt sich Platz drei mit Rheinland-Pfalz, wo 3,5 Krippenkinder von einer Fachkraft betreut werden.

Probleme im Osten

Zu den Schlusslichtern gehören Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen. Die Stiftung fordert deutlich mehr Mittel vom Bund - vor allem für Ostdeutschland.

Interessant ist auch der Blick auf das bevölkerungsreichste Bundesland NRW: Je nach Region gibt es hier sehr unterschiedliche Betreuungssituationen. Um die Probleme zu lösen, empfehlen die Studienautoren, in Nordrhein-Westfalen zusätzlich 15.536 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte einzustellen. Das würde laut Bertelsmann Stiftung jährlich 706 Millionen Euro kosten.

Einheitliche Qualitätsstandards gefordert

Laut der Studie besuchen in Ostdeutschland etwa 631.000, in Westdeutschland knapp 2,8 Millionen Jungen und Mädchen eine Kita. Die Stiftung fordert für die Kinderbetreuung bundesweit einheitliche Qualitätsstandards. Grundlage des jährlich aktualisierten Ländermonitors sind Auswertungen von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter anderem aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik. Stichtag für die Datenerhebung war der 1. März 2017.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. August 2018 um 07:45 Uhr.

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