In Plastik verpackte Tomaten in einem Kühlschrank | Bildquelle: dpa

Essen, Kühlschrank, Wäsche Was man im Alltag fürs Klima tun kann

Stand: 28.08.2019 15:58 Uhr

Ob beim Einkauf, Wäschewaschen oder Heizen: Fast in jedem Lebensbereich gibt es Möglichkeiten, CO2 einzusparen. Viele davon erfordern kaum Umstellung.

Von Jens Eberl, WDR

Schon morgens auf dem Weg zur Arbeit beginnt der persönliche Klimaschutz. Bahn oder Fahrrad statt Auto. Wer pro Tag rund 20 Kilometer Arbeitsweg zurücklegt, spart bei einem Pkw-Durchschnittsverbrauch (etwa acht Liter pro 100 Kilometer) rund 640 Kilogramm CO2 im Jahr, hat die Umweltorganisation Greenpeace ausgerechnet.

Am heftigsten wird die persönliche CO2-Bilanz durch eine Flugreise verhagelt. Auch hier rechnet Greenpeace wieder vor: Ein einziger Hin- und Rückflug Hamburg - München verursacht 340 Kilogramm CO2. Die Bahnfahrt dauert länger, ist aber viel umweltfreundlicher.

Im Haushalt lässt sich an vielen Stellen CO2 einsparen

Im Haushalt wird ein Großteil der Energie verbraucht. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, den Stromanbieter sorgfältig auszuwählen. Vergleichsportale helfen dabei und bieten auch die Option, reine Ökostrom-Anbieter auszusuchen. Doch nicht jeder "grüne" Anbieter investiert tatsächlich in den Bau neuer Anlagen. Wechselwillige sollten sich deshalb genau erkundigen, wie sich der Strompreis zusammensetzt.

So oder so sollte man im Haushalt mit Strom sparsam umgehen. Ein Stromfresser ist die Waschmaschine. Je heißer Wäsche gewaschen wird, desto höher der Energieverbrauch. Angesichts moderner Waschmittel ist die Reinigung bei 90 Grad nach Ansicht von Experten unnötig - auch bei 30, 40 oder 60 Grad werden Textilien sauber. Wer statt 60 Grad nur 40 Grad einstellt, spart rund die Hälfte der Stromkosten; bei 30 Grad sogar zwei Drittel. Und die Wäscheleine ist deutlich umweltfreundlicher als der Trockner. Einsparpotenzial laut Greenpeace: bis zu 330 Kilogramm CO2 pro Person und Jahr.

Kühlschränke oft zu kalt

Was die Hitze bei der Waschmaschine anrichtet, gilt für den Kühlschrank bei der Kälte. Oft muss ein Kühlschrank deutlich weniger kalt sein, als wir denken: Ist die Butter nicht mehr streichfähig, ist der Kühlschrank zu kalt. Sieben Grad Kühltemperatur ist ideal, das entspricht bei vielen Geräten der Stufe 1 oder 2. Auch der Geldbeutel freut sich: Eine Erhöhung der Kühltemperatur von fünf auf sieben Grad bedeutet eine Einsparung zwischen 15 und 20 Prozent Strom.

Auch beim Heizen sollte ein neues Bewusstsein einsetzen. Die Absenkung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt die CO2-Emissionen eines Vier-Personen-Haushalts pro Jahr um rund 350 Kilogramm.

Beim Einkauf ans Klima denken

Die goldene Regel sollte sein: Vor dem Einkauf Beutel und Kisten einpacken. Wer auf Tragetaschen und kleine Obst- und Gemüsetüten verzichtet, verbessert seine CO2-Bilanz erheblich. Bei Milch, Joghurt und anderen Molkereiprodukten gibt es Verpackungen, die mehrmals verwendbar sind. Bei der Körperpflege sind feste Produkte umweltfreundlicher als Flüssige: Seife statt Duschgel, Haarseife statt Shampoo. Zahnpasta lässt sich mit Zahnputztabletten ersetzen.

Bio ist gut, in der Obst- und Gemüseabteilung ist es aber auch wichtig, auf regionale und saisonale Produkte zu achten. Die Avocado aus Südamerika schadet der Klimabilanz, auch wenn ein Biosiegel darauf klebt.

Fleisch, Käse und Milchprodukte sollten möglichst selten auf dem Einkaufszettel stehen, denn ihre Produktion verursacht einen großen Ausstoß an CO2.

Fleisch sollte wieder etwas Besonderes sein

Überhaupt: Rindfleisch ist aus Sicht des Klimaschutzes das schlechteste Nahrungsmittel: "Täglich wird Regenwald abgeholzt, um Platz für neue Soja-Plantagen und Rinderweiden zu schaffen", schreibt der Naturschutzbund Deutschland. Das Soja diene vorwiegend den Tieren als Futter. "Ein Teufelskreis, denn bei der Entwaldung wird Kohlendioxid freigesetzt und die Rinder stoßen eine nicht unbeträchtliche Menge Methan aus."

Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, seien 15 Kilogramm Futter notwendig. Dafür brauche man eine Fläche von 40 Quadratmetern. Auf dieser Fläche könnte man 120 Kilogramm Karotten und 80 Kilogramm Äpfel ernten. Auch Unmengen von Wasser "fließen" in jedes Schnitzel. Ähnliche Probleme gibt es aber eben auch bei anderen tierischen Produkten wie Milch oder Käse.

Wiederverwendbare Kaffee-Becher

Und dann sind da noch die Milliarden von Einweg-Kaffee-Bechern, die in Deutschland pro Jahr weggeworfen werden. Wer Umwelt und Klima schonen will, nimmt einen wiederverwendbaren Becher mit und lässt ihn befüllen. Oder er trinkt den Kaffee daheim oder im Café.

Vor allem aber hilft ein bewussterer Umgang. Nur einkaufen, was auch wirklich benötigt wird. Jedes Produkt, das am Ende unverbraucht im Müll landet, wurde unnötig produziert. Das zerstört die persönliche Klimabilanz erheblich.

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