Klima-Protest in Sydney | Bildquelle: PAUL BRAVEN/EPA-EFE/REX

"Fridays for Future" Weltweiter Klimastreik - Auftakt in Australien

Stand: 20.09.2019 06:46 Uhr

Von Albanien bis Uruguay, von Aalen bis Zweibrücken: Zum heutigen globalen Streik für mehr Klimaschutz erwartet die Bewegung "Fridays for Future" mehrere Hunderttausend Teilnehmer. Den Auftakt machte Australien.

In Australien und der Pazifikregion haben die ersten Aktionen zum weltweiten Klimastreik begonnen. Auf den vom Steigen des Meeresspiegels bedrohten Inseln Vanuatu, den Salomonen und Kiribati starteten bei Sonnenaufgang Protestaktionen, Kinder sangen "Wir sinken nicht, wir kämpfen".

#climatestrike häufigster Hashtag

In Australien traten Zehntausende Kinder in den Klimastreik, das Stichwort "climatestrike" war der häufigste Hashtag im Internet. Große Kundgebungen gab es unter anderem in Sydney und Melbourne. In der Stadt Alice Springs im Zentrum Australiens legten sich Hunderte Menschen demonstrativ auf den Boden und stellten sich tot. "Wir sind hier, um eine Botschaft an die Politiker zu senden und ihnen zu zeigen, dass es uns wirklich wichtig ist", sagte der 16-jährige Will Connor in Sydney. "Sonst werden wir keine Zukunft haben." Die Veranstalter sprachen von bislang mindestens 300.000 Teilnehmern in Australien.

Rund um den Globus wollen sich Menschen für verstärkte Anstrengungen zum Klimaschutz einsetzen. Eine der größten Kundgebungen findet in New York statt, wo am Montag zahlreiche Staats- und Regierungschefs zu einem Klimagipfel der UN erwartet werden. An der Kundgebung in New York wird auch die schwedische Schülerin Greta Thunberg teilnehmen, die prominenteste Figur der neuen Klima-Bewegung.

Klima-Protest in Sydney | Bildquelle: PAUL BRAVEN/EPA-EFE/REX
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Klima-Protest in Sydney

500 Aktionen in Deutschland

In Deutschland werden in mehr als 500 Städten Hunderttausende Teilnehmer beim Klimastreik erwartet. Die vor allem von Schülern und Studenten getragene Bewegung "Fridays for Future" wird dabei erstmals in großem Stil von anderen Organisationen und Initiativen unterstützt. Darunter sind unter anderem die Gewerkschaft ver.di, die Evangelische Kirche sowie Kinderschutz-, Umwelt- und Hilfsorganisationen, Künstler sowie Eltern- und Großelternnetzwerke.

IG Metall warnt vor Arbeitslosigkeit

Die IG Metall allerdings warnte vor sozialen Verwerfungen und Massenarbeitslosigkeit. "Klimaschutz ist zwingend notwendig, um unseren Planeten lebenswert zu erhalten", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir dürfen aber den Klimaschutz nicht gegen Wachstum und Beschäftigung setzen."

Laut ARD-DeutschlandTrend sind allerdings knapp zwei Drittel der von Infratest-dimap befragten Bundesbürger (63 Prozent) der Meinung, dass der Klimaschutz Vorrang haben sollte, selbst wenn dies dem Wirtschaftswachstum schadet. Ein Viertel (24 Prozent) findet, dass dem Wirtschaftswachstum Priorität eingeräumt werden sollte.

"Fridays for Future" appelliert erstmals auch an alle Erwachsenen, sich den Protesten anzuschließen. Doch kann nicht jeder Beschäftigte seinen Arbeitsplatz unbesorgt verlassen. Unproblematisch ist es nur, wenn die Firma dazu ermuntert oder zumindest duldet, dass sich die Belegschaft am Klimastreik beteiligt.

Beim ersten globalen Klimastreik am 15. März beteiligten sich nach Veranstalterangaben in Deutschland rund 300.000 Menschen, beim zweiten globalen Klimastreik am 24. Mai kurz vor der Europawahl wurden etwa 350.000 Teilnehmer bundesweit registriert.

Derzeit beraten im Kanzleramt die Spitzen der Koalition über Maßnahmen zum Klimaschutz. Ein Durchbruch ist bislang nicht in Sicht.

Forderungen der Klimaschützer

Die Demonstranten gehen für die Einhaltung der Pariser Klimaziele auf die Straße, also eine Begrenzung der Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter. Die "Fridays for Future"-Bewegung fordert deshalb einen raschen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und eine schnelle Bepreisung von Kohlendioxid-Emissionen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. September 2019 um 09:00 Uhr.

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